Swissair Rettung durch Crossair verzögert sich

Die Schweizer Luftfahrt kommt nach dem Zusammenbruch der Airline aus ihrer Krise nicht heraus.

Genf - Bei einer Krisensitzung konnten sich Vertreter der Regierung, der Banken, der Flughäfen sowie der Crossair und Swissair am Sonntag in Bern bislang auf keines von drei möglichen Rettungsszenarien einigen. Die geplante Gründung einer neuen nationalen Fluggesellschaft zum Beginn des Winterflugplanes am 28. Oktober droht damit zu scheitern. Insgesamt sind weltweit zwischen 9400 bis zu 27.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Eine der drei Varianten sieht vor, dass die Crossair jeweils 26 Lang- und Mittelstrecken-Flugzeuge von der Swissair übernimmt. Der Kapitalbedarf beträgt nach den Worten des Leiters der Task Force, Peter Siegenthaler, 2,2 Milliarden Franken (2,89 Milliarden Mark). 9400 Stellen, davon 4100 in der Schweiz und 5300 im Ausland, würden gestrichen. Die Folgekosten für den Personalabbau beliefen sich weltweit auf 650 Millionen Franken (840 Millionen Mark).

Bei einer zweiten Variante übernimmt die Crossair nur 15 Langstrecken- und 26 Mittelstrecken-Flugzeuge. Der Kapitalbedarf dafür wurde mit 1,6 Milliarden Franken (2,07 Milliarden Mark) veranschlagt. Dafür müssten aber weltweit 14.500 Stellen gestrichen werden mit Folgekosten in Höhe von 1,25 Milliarden Franken (1,61 Milliarden Mark).

Sollte die Crossair keine einzige Swissair-Maschine in ihren Dienst stellen, müssen 14.500 Arbeitsplätze in der Schweiz und 12.500 im Ausland abgebaut werden. Die Kosten für den Personalabbau summieren sich auf 2,7 Milliarden Franken (3,5 Milliarden Mark).

Die Crossair soll in allen drei Szenarien jeweils ihre 82 Flugzeuge behalten. Weitere ungelöste Probleme sind nach Schweizer Zeitungsberichten fehlende Konzessionen, die Flugplanung und Kapitalbeschaffung.

Für die neue Schweizer Fluggesellschaft sind nach Angaben von Luftfahrtexperten bis zu drei Milliarden Franken (3,96 Milliarden Mark) notwendig. Nach einem Bericht der "SonntagsZeitung" will die Schweizer Regierung für die marode Swissair zwar mit weiteren Finanzhilfen einspringen, aber dafür im Gegenzug auf die geplante Senkung von Unternehmenssteuern in Höhe von 300 Millionen Franken (396 Millionen Mark) verzichten.

Nach Informationen des "SonntagsBlick" sind Rettungsbeträge des Staates in Höhe von bis zu 200 Millionen Franken (264 Millionen Mark) pro Monat notwendig, um wenigstens einen Minimalbetrieb des Flughafens Zürich und der Swissair-Flotte aufrecht zu erhalten. Als Übergangszeit bis zum Vollbetrieb der neuen Gesellschaft werden drei bis sechs Monate veranschlagt.

200 Millionen Franken könnten nach einem Bericht der Tageszeitung "Blick" vom 91-jährigen Besitzer des Autoimporteurs Amag, Walter Haefner, kommen. Er wolle damit zum Erhalt einer nationalen Schweizer Fluggesellschaft beitragen. Auch andere Banken und Unternehmer haben nach Schweizer Zeitungsberichten finanzielle Unterstützung signalisiert.

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