Volkswagen Teurer Luxus

Konzernlenker Ferdinand Piëch erntet Kritik vom Betriebsrat. Der Einstieg in das automobile Oberhaus sei zu kostspielig. Der Konzern solle sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und verstärkt in Einsteigermodelle investieren.

Hannover - Bei Volkswagen sind nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Management und Arbeitnehmer-Vertreter über den Einstieg in die Luxusklasse zerstritten. Der einflussreiche Betriebsratschef Klaus Volkert habe vor Verabschiedung des Investitionsplans für die nächsten fünf Jahre gesagt, Modelle wie der neue Bentley könnten problemlos verschoben werden, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe.

Arbeitnehmer hätten kritisiert, dass der Konzern viel Geld in neue Bentley- und Bugatti-Luxuswagen investiere, aber kein Einsteigermodell in der Preisklasse unter 15.000 DM entwickelt habe.

Nach Worten von VW-Konzernsprecher Stephan Grühsem wird es keinen Aufschub in der Luxus-Klasse geben. "Unsere Modelloffensive wird so wie geplant weitergeführt", sagte er der dpa. Auch der Bentley werde 2003 herauskommen wie geplant. Der Wagen soll rund 300.000 Mark kosten.

Ein Einsteigermodell sei viel wichtiger für die Zukunft des Unternehmens, argumentierten die Arbeitnehmer dem "Spiegel"-Bericht zufolge. Bislang habe VW allein für Bentley über zwei Milliarden Mark ausgegeben. Zum Kaufpreis von 1,4 Milliarden Mark kämen noch Verluste von insgesamt 840 Millionen Mark. In diesem Jahr werde bei Bentley abermals ein hohes Minus von mehr als 100 Millionen Mark erwartet.


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