Krauss-Maffei Wegmann In der Schusslinie

Die Rüstungsfirma ist im Visier amerikanischer Konzerne. Verkauft Siemens seinen Anteil?

München - Am Münchener Produzenten des Kampfpanzers "Leopard 2", Krauss-Maffei Wegmann (KMW), sind nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" amerikanische Rüstungskonzerne interessiert. Es gebe Gespräche mit den Firmen General Dynamics und United Defense, schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe.

Offen sei, ob es zunächst nur zu einer Minderheitsbeteiligung der Amerikaner komme, hieß es. Siemens hatte im vergangenen Jahr von Mannesmann 49 Prozent an KMW übernommen. Dieses Paket könne in einigen Monaten weiterveräußert werden. In Branchenkreisen heiße es, United Defense habe auch ein Angebot zur Übernahme des Düsseldorfer Waffenherstellers Rheinmetall gemacht, der Kanonen und Munition für die "Leopard"-Panzer liefert.

Bundesregierung plädiert für Allianz von KMW und Rheinmetall

Die Bundesregierung hatte sich nach Darstellung des "Spiegel" vergeblich um ein Zusammengehen von KMW und Rheinmetall sowie eine strategische Allianz der beiden Firmen mit dem dritten großen deutschen Rüstungshersteller Diehl (Nürnberg) bemüht. Hintergrund für diese Bemühungen sei die Sorge um den Verlust von Technologien und Arbeitsplätzen gewesen.

General Dynamics stellt den US-Kampfpanzer "Abrams" her und übernahm im Frühjahr das spanische Unternehmen Santa Barbara, das "Leopard"-Panzer in Lizenz baut. Für Santa Barbara hatten auch Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall gemeinsam geboten. United Defense habe vor kurzem die schwedische Firma Bofors erworben, die "Leopard"-Panzer für das schwedische Heer mitproduziert.

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