VW Eine Milliarde von Wolfsburg nach Polen

Während andere Hersteller entlassen, will VW in Posen die Zahl der Mitarbeiter auf 5.000 verdoppeln

Wolfsburg/Warschau - Der Volkswagen-Konzern will bis zum Jahr 2004 eine Milliarde DM in sein Werk im westpolnischen Posen (Poznan) investieren. Das meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf Witold Malachowski aus dem Vorstand von Volkwagen Poznan. Das Unternehmen - eine 100-prozentige Tochter des Wolfsburger VW-Konzerns - soll mit dieser Investition neue Hallen und Produktionseinheiten erhalten, sagte Malachowski. Auch ein neues Logistikzentrum sei geplant. Die Pkw-Produktion soll dagegen im kommenden Jahr in Posen eingestellt werden.

125.000 Transporter sind das Jahres-Pensum

Im Posener Werk sollen der Transporter T5 sowie der neue Lieferwagen SLW gebaut werden. "Wir schätzen, dass wir im Jahr 2003 zunächst 10 000 Fahrzeuge produzieren, ein Jahr darauf 105 000 und danach die Produktionsauslastung von 125 000 Autos erreichen", sagte Malachowski.

Im Gegensatz zum allgemeinen Trend in der polnischen Autoindustrie, die nach dem starken Rückgang der Verkaufszahlen Entlassungen plant, soll die Belegschaft des Posener Volkswagen-Werks bis zum Abschluss der Investitionen nahezu verdoppelt werden und von 2600 auf 5000 Mitarbeiter steigen.

Das polnische Werk habe sich in der internen Konkurrenz der weltweit 22 Volkswagen-Fabriken durchgesetzt, hieß es. "Alle wollten Nutzfahrzeuge bauen, weil danach große Nachfrage besteht." Die Posener hätten dank ihrer achtjährigen Erfahrung den Zuschlag bekommen. Die niedrigeren Lohnkosten in Polen hätten nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

In Polen gebaute Transportfahrzeuge sind unter anderem bei der Deutschen Post und der Polizei in Deutschland sowie in Polen und in der Türkei im Einsatz.

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