DaimlerChrysler Gewinne im Visier

Der Konzern will bei Freightliner bis 2004 rund 850 Millionen Dollar einsparen.

Stuttgart - Der Automobilkonzern DaimlerChrysler will mit einem Vier-Punkte-Programm bis 2004 rund 850 Millionen US-Dollar bei seiner US-Lkw-Tochter Freightliner einsparen. Dadurch soll Freightliner ab 2003 wieder einen operativen Gewinn erzielen, teilte DaimlerChrysler (Kurswerte anzeigen) am Freitag mit. Ende kommenden Jahres soll bereits ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden.

Neben der Einsparung von Materialkosten in Höhe von 370 Millionen Dollar sieht das Restrukturierungsprogramm die Reduzierung des Personalaufwandes um 170 Millionen Dollar vor. Dazu sollen im Verwaltungsbereich 1100 Stellen oder 25 Prozent der Angestellteneingespart werden. Außerdem ist die Schließung von drei Freightliner-Werken und die Entlassung von 1600 gewerblichen Mitarbeitern geplant.

Für die Sanierung werde ein Einmalaufwand von 330 Millionen Dollar nötig, der voraussichtlich im vierten Quartal 2001 anfalle. Nutzfahrzeug-Vorstand Eckhard Cordes betonte, dass die Nutzfahrzeugsparte von DaimlerChrysler insgesamt trotz des sich eintrübenden wirtschaftlichen Klimas in diesem Jahr wie angekündigt ein positives operatives Ergebnis erwirtschaften werde.

Freightliner ist Marktführer für schwere Lkw in Nordamerika. Dort hat sich der Markt beispielsweise für die schwere Klasse binnen zweier Jahre auf etwa die Hälfte des vorherigen Volumens verringert.

Außerdem hatte Freightliner in der Vergangenheit beim Verkauf viele Fahrzeuge feste Rücknahmepreise nach Ablauf einer bestimmten Frist vereinbart. Da auch der Gebrauchtmarkt eingebrochen ist, muss Freightliner nun viele Lkw für zu hohe Preise aus früheren Geschäften zurücknehmen. DaimlerChrysler teilte dazu mit, Freightliner werde sich künftig wieder auf rentable Geschäfte statt auf die bloße Erhöhung der Marktanteile konzentrieren.

Analyst Himanshu Patel von der Investmentbank JP Morgan sagte, die Annahmen von DaimlerChrysler für den Gesamtmarkt seien recht konservativ. Die Ergebnisprognosen für Freightliner schienen daher realistisch. "Es scheint, als würden sie aufräumen und die wesentlichen Problemfelder angehen", sagte er. Die Einmallast für die Freightliner-Sanierung sei etwas geringer ausgefallen als erwartet. Xavier Gunner von UBS Warburg sagte, die Kernfrage sei, in welchem Umfang die Kostensenkungen tatsächlich erreicht werden könnten.

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