Volkswagen Die Aufsteigerklasse aus Wolfsburg

Das Geheimnis ist gelüftet. Die Herren über Polo und Passat haben erste Fotos ihres Luxusliners D1 veröffentlicht.

Ihre Weltpremiere wird die Limousine beim Genfer Salon Anfang März 2002 haben. Bis dahin wird das Edelmodell aus Wolfsburg auch einen richtigen Namen tragen, denn das Code-Kürzel D1 gilt nur bis zum 11. Dezember. An diesem Tag wird die gläserne Manufaktur, das Produktionswerk des Luxuswagens, in Dresden eröffnet und der neue Name des Autos bekannt gegeben.

Folgende Informationen sind bereits jetzt bekannt: Die Karosserie trägt typische VW-Züge. Die Frontansicht wird von einem chromumrandeten, bootförmigen Kühlergrill geprägt und von einer V-förmig zulaufenden Motorhaube. An der Seite fällt vor allem die ungewöhnlich gestylte C-Säule auf, die mit dem abrupt endenden dritten Seitenfenster korrespondiert. Am Heck schließlich sitzen LED-Rücklichter im Ferrari-Runddesign, vier kantige Auspuff-Endrohre und ein glatter, schlicht geformter Kofferraumdeckel.

Bullig wie die Stuttgarter

Der D1 ist 5,05 Meter lang und 1,90 Meter breit. Zum Vergleich: Die S-Klasse von Mercedes ist 5,15 Meter lang und 1,85 Meter breit - an Bulligkeit also kann es der VW durchaus mit dem Stuttgarter Edelprodukt aufnehmen. Vermutlich gilt das auch für das Thema Vortrieb.

Zum Verkaufsstart bietet VW zunächst zwei Benzinaggregate an: Einen 3,2-Liter-V6-Motor mit 241 PS (177 kW) und einem Drehmoment von 315 Nm sowie das Spitzentriebwerk, den 6-Liter-W12-Motor mit 420 PS (309 kW) und 550 Nm Drehmoment. Dritte Maschine wird der als "Super-Diesel" apostrophierte stärkste Pkw-Selbstzünder der Welt sein; ein V10-TDI-Motor, der 313 PS (230 kW) und 750 Nm mobilisiert. Später werden zwei weitere Triebwerke die Motorenpalette abrunden.

Generell sind die D1-Modelle mit einem luftgefederten Fahrwerk ausgerüstet, dessen Dämpferwirkung stufenlos geregelt wird. Der Zwölfzylinder-Benziner und der Zehnzylinder-Diesel sind serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattet, für andere Motorvarianten kann der bei VW so genannte 4-Motion-Antrieb extra bestellt werden. Um Gewicht zu sparen, sind Türen, Kofferraumdeckel und Motorhaube aus Aluminium gefertigt.

Zur Innenraumausstattung zählen, soviel steht bereits fest, eine Klimaanlage mit angeblich vollkommen zugfreien Luftausströmern, ein zentrales Informationssystem mit sieben Zoll großem Farbdisplay sowie acht Airbags (Front, Seiten vorne und hinten, Kopf). Xenonlicht mit Scheinwerferreinigungsanlage und "Heimweg"-Strahler in den Außenspiegeln werden dem Auto ebenfalls ab Werk mitgegeben. Die 800 Beschäftigten in Dresden sollen pro Tag bis zu 100 Luxuslimousinen bauen. Nach VW-Auskunft gibt es bereits eine Liste mit mehreren hundert ernsthaften Kaufinteressenten.

Die speziellen VW-Händler, die den Volkswagen für höhere Schichten - schließlich sollen die D1-Modelle zwischen 100.000 und 200.000 Mark kosten - werden nach der jeweiligen Kaufkraft der Region ausgewählt. Einen völlig neuen Weg wird VW beim Thema Service einschlagen. Die Reparaturen an dem für VW-Verhältnisse riesigen Auto werden aus Wolfsburg angeleitet. Dort wird eine Labor-Werkstatt eingerichtet, die über Video- und Computerleitungen mit den einzelnen D1-Betrieben verbunden ist. So können diffizile Eingriffe ins Innenleben des D1 von den Experten in Wolfsburg überwacht werden.

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