Rüstung Keine neuen Aufträge

Der Kampf gegen den Terror bleibt ohne Auswirkung auf die deutschen Waffenschmieden.

Hamburg - Die US-Angriffe auf Afghanistan und der nach US-Präsident George W. Bushs Angaben "lange Feldzug gegen den Terror" bleibt vorerst ohne Auswirkungen auf die deutsche Rüstungsindustrie. Das sagte Frank Goldammer, beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zuständig für Verteidigungswirtschaft, gegenüber mm.de. "In den vergangenen Jahren wurden die Kapazitäten in der Rüstungsindustrie drastisch runtergefahren. Sie lassen sich auf Knopfdruck nicht wieder aufbauen."

Betroffen seien Hersteller von Waffen, Munition und Luftflugkörpern wie Rheinmetall, Dynamit Nobel, Diehl und EADS. Der Bund als alleiniger Auftraggeber stelle weniger Mittel bereit als nötig wären, um die "Kernfähigkeit" der Rüstungsindustrie aufrecht zu halten. Notwendig sind nach Angaben Goldammers 750 Millionen Mark für die Herstellung von Waffen und Munition und die gleiche Summe für die Produktion von Luftflugkörper-Systemen. Für beide Bereiche sehe der Bundeshaushalt in diesem Jahr lediglich jeweils 430 Millionen Mark vor.

Aus der Sicht Goldammers ist es notwendig, gerade für die Bekämpfung von Terrorismus in die Entwicklung neuer Waffen zu investieren. "Wir brauchen Waffen, die sehr präzise sind und die Bevölkerung schonen." Mittel für Forschung und Entwicklung stünden allerdings nicht bereit.

Schwieriges Geschäft

Dem Rheinmetall-Konzern liegt nach Angaben eines Firmensprechers kein Auftrag der Bundesregierung für die Lieferungen von ABC-Schutzpanzern vor. "Es gibt keinen Auftrag und auch keine Anfrage nach Spürfüchsen", sagte der für den Bereich Defence zuständige Sprecher Oliver Hoffmann auf Anfrage.

Die Wehrtechnik von Thyssen Henschel wurde vor knapp zwei Jahren von Rheinmetall übernommen und ging in dem Bereich Rheinmetall Landsysteme auf. Es wäre erfreulich für uns, würden entsprechende Aufträge in diesem schwierigen Geschäft hereinkommen, ergänzte Hoffmann. 2001 peile Rheinmetall Landsysteme nach den Angaben einen Umsatz von 250 Millionen Euro an und ziele auf die Ertragswende. 2000 war auf Grund von Umstrukturierungen nach Firmenübernahmen ein Verlust angefallen, den der Sprecher aber nicht bezifferte.

kay

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