Hilmar Kopper "Das hätte er so nicht sagen sollen"

Der Aufsichtsratschef fällt Deutsche-Bank-Vorstand Rolf-E. Breuer in den Rücken.

Frankfurt - "Bei mir findet er auch keine Unterstützung damit: Er hätte das so nicht sagen sollen. Der Vorschlag liegt nicht auf der Linie, die wir bei der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) seit drei Jahrzehnten vertreten haben", kritisierte Kopper in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" die Forderung seines Vorstandschefs, die Regierung müsse ein Konjunkturprogramm auflegen.

Nach Meinung Koppers werden sich nämlich die Attentate in den USA nicht langfristig auf das Investitionsklima in Europa auswirken. "Wir sollten nicht von einer langfristigen Nachwirkung ausgehen", sagte Kopper.

Dennoch sieht der ehemalige Deutsche-Bank-Chef auch Chancen in der Krise: "Die derzeitige Situation ist auch ein Grund zum Nachdenken, ob man sich richtig in der Welt positioniert hat."

Über die Folgen des Terror-Anschlages für das eigene Haus sagte Kopper: "Die Zerstörung der Büros der Deutschen Bank ist nur ein Problem. Viel wichtiger für uns ist, dass das Bankers-Trust-Gebäude, in dem 3000 Mitarbeiter gearbeitet haben, unbenutzbar ist. Wir haben aber vor wenigen Monaten das Gebäude von J.P. Morgan gekauft. Da werden wir so schnell wie möglich hingehen."