Flowtex Vorwürfe treffen zu

Nach Manfred Schmider legt auch der zweite Chef, Klaus Kleiser, ein Geständnis ab.

Mannheim - Im Flowtex-Betrugsprozess hat der angeklagte Manager Klaus Kleiser seine Aussage relativiert, wonach ein Finanzprüfer die Scheingeschäfte bereits 1995/96 durchschaut habe. Wegen mangelnder Beweise sei die Scheinfinanzierung bei der Finanzprüfung nicht aufgefallen, sagte Kleiser am Montagmittag vor dem Mannheimer Landgericht. In offenen Gesprächen mit dem Prüfer habe sich dieser zwar so gegeben, "dass ich das Gefühl hatte, er war sehr nah an der Wahrheit dran. Positiv beweisen konnte er es nicht, und ich tat alles, um dies aufrecht zu erhalten."

Am Montagvormittag hatte Kleiser zunächst ausgesagt, er habe nach einer Finanzprüfung 1995/96 den Eindruck gehabt, das "Einverständnis" des leitenden Finanzbeamten für die Fortführung der betrügerischen Geschäfte zu besitzen. "Ich habe sehr offen über die Probleme der nicht existenten Maschinen mit dem Prüfer gesprochen", sagte Kleiser. "Wir wussten beide, dass Maschinen fehlten, haben auch darüber gesprochen, aber nicht über die quantitativen Zahlen."

Schaden von vier Milliarden Mark

Nach dem Hauptangeklagten Manfred Schmider hatte am Montag auch Kleiser als Mitangeklagter Betrügereien in Milliardenhöhe eingeräumt. Staatsanwalt Reinhard Hoffmann sagte, Kleiser sei in seiner Aussage wie Schmider nicht über das hinausgegangen, was schon in vorangegangenen Vernehmungen bekannt geworden sei. Gegen den leitenden Finanzbeamten der Prüfung von 1995/96 werde wegen Beihilfe zum Betrug ermittelt. Durch die Flowtex-Machenschaften soll ein Schaden von knapp vier Milliarden Mark entstanden sein.

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