Die besten Berichte zur Nachhaltigkeit Trommeln für den guten Ruf

Wie gut informieren Konzerne über ihr ökologisches und soziales Handeln? mm.de sagt, welche Firmen bei der Vermarktung ihrer Wohltaten führend sind - und wie die deutschen Unternehmen im weltweiten Vergleich abschneiden.

Hamburg - "Grün" war in, "Öko" war schick - damals in den frühen 90er Jahren. Wer als Unternehmen fortschrittlich sein wollte, veröffentlichte neben dem obligatorischen Geschäftsbericht einen Umweltbericht. Darin waren schöne Bilder und schöne Zahlen über reduzierten Energie- und Wasserverbrauch. Motto: Seht her, wir tun was.

Einige Jahre später kam die soziale, die gesellschaftliche Dimension ihres wirtschaftlichen Handelns dazu. Die reinen Umweltberichte mutierten zu so genannten Sustainability Reports (Nachhaltigkeitsberichte). In ihnen breiteten die Firmen all ihre Wohltaten aus, ob ökologische oder soziale.

Vorbildliche Briten

Die Londoner Beratungsfirma SustainAbility hat diese Berichte großer Unternehmen zum ersten Mal analysiert und gerankt. Ergebnis eins: Die Briten sind am besten - auch wenn man darüber streiten kann, inwieweit sie bei der Beurteilung durch ein britisches Beratungsunternehmen im Vorteil waren. Das zweite wichtige Ergebnis: Im Branchenvergleich tun - wen wundert's - die Öl- und Pharmakonzerne am meisten.

Spitzenreiter ist der Flughafenbetreiber British Airport Authority (BAA), vor dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk und der britischen Co-operative Bank. Alle Firmen zeichneten sich durch umfangreiche Berichterstattung über ihr Umwelt- und Sozialengagement sowie ihre Dialogbereitschaft mit Gruppen außerhalb des Unternehmens aus.

Deutsche nur Mittelmaß

Und wo stehen die Deutschen? Bester heimischer Konzern ist auf Platz zehn der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen. Unter die weltweiten Top 50 schafften es außerdem die Inländer Mohndruck, Henkel, der Axel Springer Verlag (ASV), BASF und BMW.

"Die deutschen Unternehmen sind traditionell stark im Umweltreporting", kommentiert SustainAbility-Consultant Peter Zollinger, "aber im sozialen Bereich haben sie noch Nachholbedarf." Selbst engagierte Großunternehmen wie Bertelsmann und der Otto Versand schafften es nicht unter die Top 50.

Wolfgang Hirn/Michael O.R. Kröher/Tilman Weigel