Moulinex Stecker gezogen

Der Haushaltsgeräte-Hersteller meldet Insolvenz an. Der Mehrheitseigner gibt kein Geld mehr.

Paris - Den Gang zum Insolvenzrichter trat Moulinex-Chef Patrick Puy am Freitag nach einer letzten ergebnislosen Sitzung des Aufsichtsrates an.

Die Aktie des maroden französisch-italienischen Unternehmens, für das das Topmodell Cindy Crawford warb, war bereits am Donnerstag bis zum kommenden Montag an der Börse aus dem Handel genommen worden, nachdem sie in nur 24 Stunden um 18 Prozent auf 2,05 Euro gefallen war und damit seit Jahresbeginn 50,7 Prozent verloren hatte. Vom Konkurs betroffen sind etwa 20.000 Arbeitnehmer und Angestellte an 31 Produktionsstätten. Puy sieht Chancen, dass andere Unternehmen an einer Übernahme interessiert sein könnten.

Von den Schulden erdrückt

Moulinex-Brandt hatte am 31. Dezember 2000 etwa 766 Millionen Euro (1,52 Milliarden Mark) Schulden. Im vergangenen Jahr machte der Konzern einen Verlust von 800 Millionen Franc. Nach Gewerkschafts-Angaben wurden 1,5 Milliarden Franc (477 Millionen Mark/878 Millionen Euro) benötigt, um das Unternehmen zu sanieren. Moulinex-Brandt gehört zu 74,3 Prozent der Holding El.Fi der italienischen Nocivelli-Unternehmensfamilie.

El.Fi sei allerdings im Gegensatz zu den Banken nicht bereit gewesen, die für die Rettung notwendigen Gelder aufzubringen, erläuterte Puy. Die Liquidierung des Unternehmens werde nicht mehr am Freitag erfolgen.

Stellenstreichungen reichten nicht

Im April hatte das Unternehmen, das von asiatischer Konkurrenz massiv unter Druck gesetzt wird, angekündigt, 4000 seiner insgesamt 20.000 Arbeitsplätze zu streichen und sechs Betriebe zu schließen.

Bereits zum 31. März dieses Jahres war in Solingen die Produktion von Kaffeeautomaten mit etwa 300 Beschäftigten eingestellt worden. In den Bereichen Verwaltung, Vertrieb und Kundendienst gab es zu diesem Zeitpunkt nach Angaben der Niederlassung noch rund 200 Beschäftigte.

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