Hewlett-Packard Persönlich

Die ist aber nett! Carleton "Carly" Fiorina, CEO des Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP), macht einen rundum angenehmen Eindruck: sympathisch, offen, uneitel. Als ihr beim Gestikulieren das Glas umkippt, entwaffnet sie mit dem Spruch: "Wir haben zu Hause helle Teppiche. Mein Mann verbietet mir, Rotwein zu trinken."

Solche lockeren Begegnungen kommen kaum noch vor. Seit HP in der Krise steckt und Fiorinas Qualitäten bezweifelt werden, ist die Texanerin abgetaucht. Den Frust über Kritik und Misserfolge joggt sie sich vom Leib - morgens in aller Frühe.

Niederlagen ist die studierte Historikerin und MBA nicht gewohnt. Ihre Karriere ging steil aufwärts - von der Aushilfssekretärin bei HP arbeitete sie sich 20 Jahre lang beim ehemaligen Telefonmonopolisten AT&T nach oben. Sie stieg bis zur Präsidentin der Dienstleistungssparte bei der AT&T-Abspaltung Lucent auf. Im Juli 1999 wurde sie überraschend zur Nachfolgerin des damaligen HP-Chefs Lew Platt ernannt.

Hinter der Karrierefrau steht ein Hausmann. Ihr Gatte, der frühpensionierte AT&T-Manager Frank Fiorina, kümmert sich um die beiden Teenager der Familie, die aus seiner ersten Ehe stammen.

Sollte die umstrittene HP-Chefin tatsächlich ihren CEO-Posten verlieren, muss sich die Naturliebhaberin zumindest keine Sorgen um die Finanzen machen. Ihr Jahreseinkommen bei Hewlett-Packard wird inklusive Aktienoptionen auf rund 80 Millionen Dollar geschätzt.

Eva Müller


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