Siemens Zwei Milliarden plus X

Die Milliarden-Einsparungen in der defizitären Netzwerk-Sparte könnten noch höher ausfallen.

München - Eine Siemens-Sprecherin sagte am Freitag, der Konzern gehe für den Bereich ICN weiter von den zuletzt von Vorstandschef Heinrich von Pierer verkündeten zwei Milliarden Euro aus. "Aber es ist klar, dass da noch mehr kommen kann. Darauf kann aufgebaut werden."

Ob es 2,1 Milliarden oder 2,3 Milliarden Euro würden, stehe aber nicht fest. Auch über den Umfang des zusätzlichen Stellenabbaus in dem Bereich werde eine Entscheidung erst in den nächsten Wochen fallen, sagte sie.

Sparziele immer weiter erhöht

Die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) hatte berichtet, Siemens-Zentralvorstand Volker Jung habe auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag vor 5000 Mitarbeitern 2,2 Milliarden Euro als neues Sparziel ausgegeben.

Der künftige ICN-Vorstandschef Thomas Ganswindt, der am 1. September sein neues Amt antritt, habe dagegen von "zwei Milliarden Euro plus X" gesprochen. Siemens-Chef von Pierer hatte den geplanten Umfang der Einsparungen bei ICN erst vor zwei Wochen auf zwei Milliarden von 1,2 Milliarden Euro nach oben geschraubt.

Noch mehr Stellen betroffen?

Jung sei von Belegschaftsvertretern mit einem internen Papier konfrontiert worden, wonach bei ICN weitere 3000 Stellen wegfallen sollen, so dass sich der Stellenabbau in dem Bereich auf 8500 Arbeitsplätze summieren würde. "Das ist nur eine vage Planung, ein Szenario von mehreren", sagte sie. Derzeit werde viel geplant und diskutiert.

Der Bereich Information & Communication Networks (ICN) hatte Siemens im dritten Quartal (zum 30. Juni) des Geschäftsjahres 2000/01 mit einem Verlust von 563 Millionen Euro operativ in die roten Zahlen getrieben.