Volkswagen "Das läuft jetzt"

Der Kanzler hat eingegriffen. Das Tarifmodell "5000 mal 5000" bekommt noch eine Chance.

Hannover - Der Volkswagen-Konzern und die IG Metall sind offenbar entschlossen, sich über das umstrittene Projekt 5000 x 5000 zu einigen. IG-Metall-Sprecher Jörg Köther sagte am Freitag in Hannover, am Rande der Geburtstagsfeier des VW-Arbeitsdirektors Peter Hartz hätten am Vorabend neben Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel über das Projekt gesprochen. Schröder sagte, er gehe nun von einer Einigung aus.

Der Kanzler sagte am Freitag bei der Aufzeichnung der ZDF-Sendung "Berlin direkt", am Rande der Geburtstagsfeier am Donnerstagabend hätten sich "Gewerkschaft, Geschäftsleitung und Betriebsrat fest in die Hand versprochen, dass das jetzt läuft". Das Projekt werde unter den Bedingungen des Tarifvertrages bei VW laufen. "Über Details müssen die Partner sich einigen, werden sie sich einigen, denke ich."

Einigungswille auf beiden Seiten

Inwieweit das Projekt ein Modell für andere Betriebe sei, werde man sehen. Man habe in der letzten Zeit guten Grund, den Gewerkschaften für ihre flexible Haltung dankbar zu sein. IG-Metall-Sprecher Köther sagte: "Beide Seiten haben in Anwesenheit des Bundeskanzlers ihren Einigungswillen bekräftigt, sich aber noch nicht auf einen Tarifabschluss geeinigt."

Es sei viel zu früh, von einem Durchbruch zu sprechen, da nach wie vor drei zentrale Fragen geklärt werden müssten. Das seien die Arbeitszeit, bei der für die IG Metall nicht mehr als 35 Wochenstunden akzeptabel sei, das Entgelt für die neuen VW-Beschäftigten, das oberhalb des Flächentarifvertrages Metall liegen müsse und auch das vom Unternehmen vorgeschlagene Programmentgelt, das die Gewerkschaft weiter ablehne.

Noch ist nichts unterschrieben

VW-Sprecher Hans-Peter Blechinger sagte, bei dem Gespräch sei bezüglich des Projektes "der Optimismus untermauert worden". Wichtige Eckpunkte müssten beide Seiten jedoch weiterhin noch in den Verhandlungen klären. Man könne "noch nicht von einem Durchbruch sprechen". Es sei noch nichts unterschrieben worden.