Sabena Weiteren Ballast abwerfen

Die Fluglinie ist im Sturzflug. Um den Absturz zu vermeiden, streicht sie Stellen und Routen.

Brüssel - Aus einem Treffen der Leitung des belgischen Unternehmens mit Arbeitnehmern verlautete am Donnerstag in Brüssel, dass die Verluste im ersten Halbjahr 2001 trotz zahlreicher Sparprogramme auf 138,9 Millionen Euro (rund 271,7 Millionen Mark) gestiegen sind. Das erste Halbjahr 2000 hatte Sabena mit einem Minus von 83,6 Millionen Euro abgeschlossen, das Gesamtjahr mit 325 Millionen Euro Verlust.

Sabena-Chef Christoph Müller bestätigte nach Gewerkschaftsangaben, dass die Fluggesellschaft acht Verbindungen - darunter die Flüge nach Washington und Tokio - aufgeben will. Neun Flugzeuge sollten verkauft werden. Sabena soll sich nach dem Willen ihrer Manager mehr auf Geschäftsreisende konzentrieren. Zudem wolle die Geschäftsführung 1421 der rund 12.000 Arbeitsplätze abbauen, sagte ein Gewerkschafter. Sabena gehört dem belgischen Staat und der schweizerischen Swissair- Gruppe, die ebenfalls mit finanziellen Problemen kämpft.

Streik fortgesetzt

Unterdessen setzte ein Teil des Bodenpersonals auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem seinen spontanen Streik fort. Sabena sagte deshalb erneut 62 innereuropäische Flüge ab. Bereits am Mittwoch waren 84 Kontinentalflüge ausgefallen. Interkontinentale Verbindungen wurden auch am Donnerstag aufrechterhalten.