Bayer/BASF Brüderlich teilen

Die beiden Chemieriesen wollen sich die Aventis-Tochter Crop Science einverleiben.

Hamburg - Nach Informationen aus dem Umfeld von Verhandlungen steht der französisch-deutsche Pharmakonzern Aventis kurz vor dem Verkauf der Sparte Aventis Crop-Science. Sie soll in zwei Teilen an die Chemiekonzerne Bayer und BASF gehen.

Die laufenden Verhandlungen gingen in die Richtung, dass BASF den Bereich Insektenvernichtungsmittel von Crop-Science übernehme, Bayer den Rest, hieß es am Freitagabend aus den Kreisen. Bislang sei aber noch keine Vereinbarung unterschrieben worden.

Noch keine Bestätigung

Im Zuge seiner Konzentrierung auf das Pharmageschäft will Aventis seine zusammen mit dem Pharmakonzern Schering betriebene Pflanzenschutzsparte noch in diesem Jahr komplett verkaufen.

BASF, Bayer und Schering wollten die Meldung am Abend nicht kommentieren. Aventis benötigt für einen Verkauf der Sparte die Zustimmung des Pharmakonzerns Schering, der 24 Prozent an der Pflanzenschutzfirma hält.

Der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Manfred Schneider, hatte Anfang April gesagt, dass Bayer ein Angebot für Aventis erhalten habe und es geprüft werde. Eine Entscheidung war zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht gefallen. Ursprünglich waren auch die US-Unternehmen Dow Chemical, Monsanto und Dupont an Aventis Crop-Science interessiert gewesen.

Unstimmigeiten zwischen Aventis und Schering

Erst Mitte Juli hatte es Unstimmigkeiten bei Aventis und Schering über den Wert der gemeinsamen Tochter gegeben. Während Schering-Finanzvorstand Klaus Pohle am 19. Juni gesagt, hatte, dass es noch keine Einigung über die Bewertung von Crop-Science gebe, hatte Aventis-Chef Jürgen Dormann einen Tag zuvor gesagt, die Unternehmen seien sich über die Wertvorstellungen einig.

Analysten bewerten die Sparte mit sieben bis 8 Milliarden Euro. Dormann hatte damals frühere Aussagen bekräftigt, wonach Crop-Science nur komplett verkauft werden soll. "Unsere Erwartung ist, dass der Erlös besser ist, wenn wir es als Ganzes verkaufen", hatte er gesagt.

Umsatzrückgang

Der Insektenvernichtungsmittelbereich von Crop-Science hatte im Jahr 2000 einen Umsatz von 1,041 Milliarden Euro. Mit einem Marktanteil von 14 Prozent ist Crop-Science Weltmarktführer bei Insektenvernichtungsmitteln. Der Marktanteil von Bayer beträgt 12 Prozent, der von BASF sieben. Der Umsatz der gesamten Aventis Crop-Science ist im Jahr 2000 unter anderem wegen schlechter Marktbedingungen auf 4,034 Milliarden Euro von 4,060 Milliarden Euro im Jahr 1999 zurückgegangen

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.