Walter Bau Verbindung zementiert

Die Fusion mit Dywidag zu einem der größten Bauunternehmen Europas ist unter Dach und Fach.

Augsburg - Die Aktionäre der Walter Bau AG stimmten dem Zusammenschluss auf der Hauptversammlung am Freitag mit großer Mehrheit zu. Angesichts sinkender Auftragseingänge und der anhaltenden Krise am Bau setzt Walter Bau große Hoffnungen in die Fusion. "Das verschmolzene Unternehmen erhält eine deutlich verbesserte Ausgangsposition auf dem hart umkämpften und weiterhin schrumpfenden deutschen Baumarkt", sagte Vorstandschef Ralf Porzig.

Die Gewinnschwelle solle im kommenden Jahr erreicht werden. Mit Blick auf den Verlust von 64,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr kritisierten mehrere Aktionäre, die Fusion hätte viel früher kommen sollen. "Man hätte Hunderte von Millionen Mark sparen können", sagte ein Aktionär. Scharfe Kritik musste sich die Unternehmensleitung auch für den in diesem Jahr erneut erwarteten Verlust anhören.

Durch die Fusion mit der Dyckerhoff & Widmann AG (Dywidag) entsteht ein Baukonzern mit fast 24.000 Beschäftigten und einer Gesamtleistung von voraussichtlich rund 8,5 Milliarden Mark. Die Dywidag-Aktionäre hatten bereits am vergangenen Freitag mit einer Mehrheit von mehr als 97 Prozent grünes Licht für die Fusion gegeben. Der Zusammenschluss soll rückwirkend zum 1. Januar erfolgen. Die Genehmigung der Kartellbehörden ist nach Angaben von Walter Bau nicht notwendig, da die Schwesterkonzerne bereits vor der Fusion eng verschmolzen waren. Durch die Fusion fallen in Deutschland rund 1600 Stellen weg.

Neuer Name und Filialschließungen

In der Kritik stand erneut das Umtauschverhältnis für die Aktionäre. Für zehn Dywidag-Aktien sollen sie neun Anteilsscheine an Walter Bau sowie pro Dywidag-Stammaktie zusätzlich 0,03 Euro in bar erhalten. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz lässt die zu Grunde liegenden Unternehmensbewertungen gerichtlich überprüfen.

Im Walter-Bau-Konzern ging die Gesamtleistung nach Angaben von Porzig bis Ende Mai um rund vier Prozent auf 894 Millionen Euro zurück. Der Auftragseingang sank sogar um rund elf Prozent auf 742 Millionen Euro. Der gesamte Auftragsbestand reduzierte sich um rund sieben Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Durch den Zusammenschluss erwarten die Konzerne vom kommenden Jahr an Einsparungen von mindestens 75 Millionen Euro jährlich. Die Zentrale des verschmolzenen Unternehmens, das unter dem Namen "Walter Bau AG vereinigt mit Dywidag" firmiert, wird in Augsburg sein. In mindestens zwölf Städten werden die Niederlassungen zusammengelegt.

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