Deutsche Bahn Vorwärtsverteidigung

Das neue Preissystem wurde noch nicht vorgestellt. Dennoch muss es Chef Mehdorn schon verteidigen.

München/Hamburg - Bei der Vorstellung des geplanten Konzepts in der nächsten Woche werde sich zeigen, "dass es besser für alle unsere Kunden ist", sagte der Vorstandschef der Deutschen Bahn am Donnertag in München. "Das, was wir tun, machen wir, um Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen", verteidigte Hartmut Mehdorn auch die angekündigte Schließung von acht Ausbesserungswerken, bei der rund 6000 Stellen wegfallen sollen.

Mehdorn kritisierte Äußerungen des bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu. Der CSU-Politiker hatte in der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) gedroht, künftig mehr private und kommunale Eisenbahnen mit dem Nahverkehr in Bayern zu beauftragen, falls die Bahn ihre Ausbesserungswerke in München und Nürnberg schließe. "So behandelt man seinen größten Kunden in Bayern nicht", sagte Wiesheu. Bayern zahle der Bahn rund 1,4 Milliarden Mark für ihre Regionalzüge.

Mehdorn: "Bahnfahren so günstig wie nie"

Mehdorn erwiderte, dass einerseits der Bahn mit Wettbewerb gedroht werde, "und wenn wir uns dann wettbewerbsfähig machen, dann werden wir wieder bedroht, dass wir das nicht dürfen".

Zu der geplanten Neugestaltung des Fahrpreissystems sagte Mehdorn der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe): "Bahnfahren wird für Millionen von Menschen so günstig wie nie."

Widerstand der Länder

Unterdessen kündigte die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern Widerstand gegen die Reform an, weil solche Pendler schlechter gestellt würden, für die sich eine Monatskarte nicht lohne. Ein Sprecher der Landesregierung sagte der "Financial Times Deutschland", man rechne damit, "dass andere Landesregierungen hier auch noch großen Diskussionsbedarf haben".

Presseberichten zufolge soll der BahnCard-Rabatt künftig auf 25 Prozent halbiert werden. Dafür soll nach offiziell nicht bestätigten Angaben der Preis für die Karte von 270 auf etwa 150 Mark (76,7 Euro) sinken. Diese Elemente des neuen Preissystems der Bahn sorgten am Mittwoch für Proteste bei Fahrgastverbänden und den Grünen im Bundestag.

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