General Electric Rettungsaktion

Der Konzern startet den letzten Versuch, um die EU-Front gegen den Honeywell-Deal zu brechen.

New York - General Electric (GE) führte deshalb informelle Diskussionen mit den EU-Wettbewerbshütern über den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent an der GE Capital Aviation Services (Gecas). Damit hofft das US-Unternehmen, die Genehmigung für den Kauf der amerikanischen Elektronikfirma Honeywell International zu erhalten. Dies berichtete die "New York Times" am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe berichtet.

Brüssel hatte klar gemacht, dass zuvor gemachten Konzessionen von GE nicht ausreichen. Die Washingtoner Kartellbehörde hatte den Zusammenschluss im Wert von 41 Milliarden Dollar (94,3 Milliarden Mark/47,8 Milliarden Euro) bereits mit Minimalauflagen genehmigt. Es hat inzwischen bei den US-Politikern harte Kritik an den EU-Kartellhütern gegeben.

Die EU-Entscheidung soll bis spätestens 12. Juli fallen, doch ist eine Entscheidung bereits am kommenden Dienstag denkbar.

EU stellte Bedingungen

Gecas ist die Flugzeugleasing- und Finanzierungstochter von GE. Sie ist mit einer Flotte von 950 Flugzeugen einer der Branchenführer in der Welt. Brüssel hatte GE auf einen Verkauf einer 20-prozentigen Gecas-Beteiligung an einen Konkurrenten oder im Markt gedrängt, doch hatte sich GE geweigert.

Die EU hatte moniert, dass Gecas Flugzeugkäufer drängt, GE- Produkte zu kaufen. GE ist der weltgrößte Triebwerkshersteller. Honeywell macht rund 40 Prozent seines Konzernumsatzes von 25 Milliarden Dollar mit Flugzeugelektronik-Produkten. Die Kommission befürchtet auch eine wettbewerbsmindernde Bündelung von GE- und Honeywell-Produkten.

GE gibt nach

GE ist jetzt nach Angaben der Zeitung bereit, 20 Prozent der Gecas an einen Nicht-Konkurrenten wie eine Finanzfirma zu verkaufen. Damit könnte das Unternehmen weiter die Gecas-Gewinne verbuchen. Der Investor würde anteilsmäßige Sitze im Gecas-Verwaltungsrat erhalten. Die Gesellschaft habe bereits Fühler zur Citigroup zum Kauf der Beteiligung ausgestreckt. Citigroup ist eine der führenden US- Großbanken und ist über eine Finanztochter auch im Flugzeugleasinggeschäft tätig.

GE will im Gegenzug eine Vereinbarung mit den Brüsseler Wettbewerbshütern, die es erlauben würde, einen geringeren Teil von Honeywells Flugzeugelektroniksparte zu veräußern. GE hatte sich ursprünglich bereit erklärt, Geschäftsteile von Honeywell mit einem Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Dollar zu veräußern.

Ungewisser Ausgang

Ein GE-Sprecher bestätigte nach Angaben der Zeitung die Gespräche, doch wollte er sich nicht zu den Chancen äußern. Es sei ungewiss, ob die jüngsten GE-Vorschläge die Europäer zufrieden stellen, erklärte die Zeitung.

Die Honeywell-Aktien sind in den vergangenen zwei Tagen in der Hoffnung auf einen Kompromiss deutlich gestiegen. Sie legten am Mittwoch nachbörslich deutlich um 2,15 Dollar auf 39,15 Dollar zu. Die GE-Aktien fielen nachbörslich um 96 Cents auf 47,30 Dollar.

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