Mobilcom Den Nachbarn übernehmen

Chef Gerhard Schmid will den Telekom-Konzern an die Spitze bringen. Er kauft den Rivalen Talkline.

Frankfurt - "Wir sind an der Übernahme von Talkline interessiert", sagte ein Mobilcom-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte damit Berichte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) und dem "Handelsblatt" (Freitagausgaben). "Wesentlich ist, dass die Konditionen stimmen", sagte der Mobilcom-Sprecher.

Die Büdelsdorfer wollten die Kunden ihres Konkurrenten zu einem vernünftigen Preis übernehmen. Der Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob bereits Gespräche liefen. Auch zu einem möglichen Kaufpreis und der Art der Finanzierung machte er keine Angaben.

Die "FAZ" berichtete, ein Sprecher der Talkline-Muttergesellschaft Tele Danmark habe zu den Spekulationen am Markt keinen Kommentar abgeben wollen.

Bei einer Übernahme von Talkline durch Mobilcom entstünde eine der größten deutschen Telefongesellschaften. Mobilcom hat den Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 4900 Mitarbeitern 4,6 Milliarden Mark erwirtschaftet. Wegen des Erwerbs der UMTS-Lizenz entstand jedoch ein Verlust von 1,05 Milliarden Mark. An Mobilcom ist auch der France Télécom mit 20 Prozent beteiligt.

Die 1991 gegründete Talkline setzte den Angaben zufolge im Jahr 2000 mit 1830 Mitarbeitern 1,93 Milliarden Mark um. Seit 1997 gehört sie der Tele Danmark, die wiederum mehrheitlich im Besitz der amerikanischen Telefongesellschaft Ameritech ist.

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