Philips Klärungsbedarf

Die IG Metall macht Druck. Der Konzern muss seine Pläne für die Chipproduktion verschieben.

Hamburg - Die geplante Neuordnung der Halbleiter-Sparte in Deutschland und der damit verbundene Wechsel vom Arbeitgeberverband Metall zur Chemie werde um einen Monat auf den 1. August verschoben, teilte Philips am Dienstag mit.

Eine Betriebsversammlung in der vergangenen Woche habe gezeigt, dass es noch Klärungs- und Beratungsbedarf mit Betriebsrat und Belegschaft gebe, sagte ein Sprecher.

Die IG Metall hatte einen Streik der rund 3000 Beschäftigten in Hamburg und Böblingen angekündigt, falls Philips seine Pläne umsetzen sollte. Der Konzern hatte im April angekündigt, mit der Gründung eines neuen Halbleiter-Unternehmens aus den beiden Betriebsteilen gleichzeitig die Branche wechseln zu wollen.

Der flexiblere Tarifvertrag in der Chemieindustrie werde den Produktionsbedingungen in der Halbleiterindustrie besser gerecht, hieß es zur Begründung. Es handele sich um ein komplexes chemisches Verfahren ohne Metall verarbeitende Prozesse.

Gewerkschaften und Betriebsräte wollen dagegen die bestehenden Tarifverträge und vor allem Schichtmodelle behalten. "Philips mussklar sein, dass es ohne einen Tarifvertrag mit der IG Metall keine Lösung dieses Konflikts geben wird", sagte Gunter Barnbeck von der Gewerkschaft.

Die Arbeitnehmer befürchten längere Arbeitszeiten und eine deutlich schlechtere Bezahlung von neu eingestellten Mitarbeitern.