DaimlerChrysler Besorgte Stimmen

Die Kooperation mit Hyundai scheint zu bröckeln. Doch der Autobauer dementiert Probleme.

Seoul/Stuttgart - "Es gibt keine Probleme, die Zusammenarbeit ist sehr gut. Wir hoffen, bald eine Erklärung dazu veröffentlichen zu können", sagte ein DaimlerChrysler-Sprecher am Dienstag in Stuttgart zu koreanischen Zeitungsberichten. Die Tageszeitung "Chosun Ilbo" hatte geschrieben, das geplante Joint Venture von Hyundai und dem deutsch-amerikanischen Konzern auf dem LKW-Sektor werde nicht in dem geplanten Umfang realisiert.

Die Zeitung "Dong-a Ilbo" berichtete außerdem, der Plan zur Aufstockung der Anteile von DaimlerChrysler an dem koreanischen Huyndai-Konzern um fünf Prozent sei gescheitert. Dem widersprach ein Hyundai-Sprecher.

DaimlerChrysler hält derzeit 10,4 Prozent an dem größten koreanischen Autobauer. Die im vergangenen Jahr vereinbarte Möglichkeit zur Aufstockung der Anteile des Stuttgarter Konzerns sei weiter aktuell. Sie sei aber ohnehin erst für einen Zeitraum von mehreren Jahren vorgesehen gewesen.

Hyundai ist Marktführer in Korea

DaimlerChrysler hatte im vergangenen Juni zehn Prozent an Hyundai für 428 Millionen US-Dollar erworben. Eine Aufstockung um fünf Prozent war für einen Zeitraum innerhalb von drei Jahren geplant gewesen. DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Eckhard Cordes hatte damals gesagt, die Aufstockung hänge von der Entwicklung der Zusammenarbeit ab. Hyundai beherrscht in Korea fast 75 Prozent des Pkw-Marktes und 90 Prozent der Nutzfahrzeugmarktes.

"Chosun Ilbo" schrieb weiter, dass die Reduzierung beim geplanten Joint Venture damit zusammenhänge, dass die beiden Autobauer sich nicht auf die gemeinsam zu entwickelnde Lkw-Klasse hätten einigen können. Während Hyundai schwere Lkw habe bauen wollen, sei DaimlerChrysler mehr an kleineren Transportern interessiert gewesen. Während der DaimlerChrysler-Sprecher dazu keinen Kommentar abgeben wollte, nannte ein Hyundai-Sprecher den Bericht ohne Grundlage und spekulativ.

Laut Zeitung wolle DaimlerChrysler jetzt Transporter in einem neuen Joint Venture mit der Southeast Motors in der Volksrepublik China produzieren. Southeast Motors ist ein Gemeinschaftsunternehmen der taiwanesischen China Motor und der Volksrepublik-Provinz von Fujian. Ähnliche Medienbericht hatte es zuvor auch in Taiwan gegeben.