Ford Zur Kasse bitten

Der US-Autobauer erhöht den Druck auf Firestone. Der Reifenhersteller soll zahlen.

Detroit - Ford will, dass die Bridgestone-Tochter für die Kosten der anlaufenden Reifen-Rückrufaktion mit zur Kasse gebeten wird. "Das Thema, ob oder ob wir nicht Gelder von Firestone zurückholen werden, zurückzuholen versuchen, als eine Folge der Rückrufaktion ist etwas, dem wir in den kommenden Wochen mehr Aufmerksamkeit schenken und näher erwägen werden", sagte Richard Parry-Jones, Chef der Produktentwicklung beim US-Autokonzern am Donnerstag (Ortszeit) auf einem Journalisten- und Analystentreffen.

Dem weltweit zweitgrößten Automobilkonzern stehen derzeit wegen des Rückrufs von 13 Millionen Firestone-Reifen neben dem Imageschaden Kosten in Milliardenhöhe ins Haus. In der kommenden Woche sollen früheren Angaben zufolge Ford-Chef Jaques Nasser und Bridgestone/Firestone-Chef John Lampe vor dem US-Kongress zu Todesfällen und Unfällen im Zusammenhang mit defekten Firestone-Reifen Stellung nehmen.

174 Todesfälle

Die US-Behörden ermitteln derzeit wegen 174 Todesfällen und mehr als 700 Verletzten nach Unfällen, die im Zusammenhang mit defekten Firestone-Reifen in Verbindung gebracht werden.

Beim Ford-Geländewagen Explorer, bei dem die meisten der folgenschweren Reifenschäden aufgetreten waren, gehörten die von der Rückrufaktion betroffenen Reifen vom Typ AT Wilderness zur Standardausrüstung. Der Konflikt zwischen beiden Konzernen, die eine jahrzehntelange Partnerschaft verband, war entbrannt, nachdem Ford Ende Mai die Rückrufaktion wegen "erheblicher Sicherheitsmängel" angekündigt hatte.

Firestone will nicht zahlen

Firestone-Sprecherin Jill Bratina wies unterdessen mögliche Überlegungen strikt zurück, der Reifenhersteller könne sich an den Kosten der Rückrufaktion beteiligen. "Unsere Reifen sind sicher. Wir glauben nicht, dass aufgrund der Daten eine Rückrufaktion notwendig ist. Das ist ein Ford-Programm, kein Firestone-Programm", sagte die Sprecherin.