Grundig Teure Entschädigung

Der Sozialplan steht. Die 1300 zu entlassenen Mitarbeiter werden mit 53 Millionen Mark abgefunden.

Nürnberg - Weitere drei Millionen Mark sollen als Anschubfinanzierung in eine Beschäftigungsgesellschaft für Ex-Grundig-Mitarbeiter fließen. Darauf hätten sich in der Nacht zum Freitag Arbeitnehmervertreter und der Vorstand des Elektronik-Konzerns geeinigt, teilte der Betriebsratsvorsitzende Dieter Appelt mit.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte nur die Einigung, lehnte aber Angaben zu Einzelheiten des Interessensausgleichs ab. "Wir können erst etwas dazu sagen, wenn alle Unterschriften unter dem vereinbarten Sozialplan stehen", sagte der Firmen-Vertreter.

Die Einigung war am Freitagmorgen nach 16-stündigem Sitzungs-Marathon zu Stande gekommen. Insgesamt hatten Vorstand und Betriebsrat fast 14 Tage um eine einvernehmliche Regelung gerungen.

Entschädigung bis zu 100.000 Mark

Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden sieht die Einigung eine Abfindung für alle 1300 Grundbeschäftigten ohne Ausnahme vor. Die Arbeitnehmervertretung wollte bis Freitagmittag endgültig über den Einigungsvorschlag entscheiden. Betriebsrats-Kreise rechneten mit einer Zustimmung.

Die Höhe der Abfindung richtet sich den Angaben zufolge nach Alter, Betriebszugehörigkeit und den familiären Verhältnissen. "Für einige kann es bis zu 100.000 Mark geben", sagte Appelt. Einigkeit sei auch über die vor allem von der IG Metall geforderte Beschäftigungs-Gesellschaft für zu entlassende Grundig-Mitarbeiter erzielt worden. Sie sollen dort für neue Jobs fit gemacht werden.

Die Halbierung der Belegschaft im Werk Nürnberg-Langwasser auf rund 1100 Beschäftigte und der Abbau von 200 der rund 350 Arbeitsplätze am Standort Bayreuth sind Teil eines Sanierungsprogramms des angeschlagenen Elektronik-Konzerns.

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