Philip Morris Strafe in Milliardenhöhe

Der Tabakkonzern soll 6,9 Milliarden Mark Strafe zahlen, entschied ein Schwurgericht.

Los Angeles - Das Schwurgericht hat den Konzern auf die Zahlung von rund drei Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Mark) verurteilt. Philip Morris müsse drei Milliarden Dollar als Strafe und sechs Millionen Dollar als Schadenersatz an einen an Krebs erkrankten 56-jährigen Raucher zahlen, hieß es in dem Urteilsspruch. Der Konzern will Berufung einlegen.

Der an Gehirn- und Lungenkrebs erkrankte Richard Boeken hatte Philip Morris auf einen Schadenersatz von 12,37 Millionen Dollar und eine Strafzahlung von etwa sechs Milliarden Dollar verklagt.

Tabakindustrie befürchtet Folgeklagen

Boeken raucht seit seinem 13. Lebensjahr und gab an, er habe erst Mitte der 90er Jahre über die Gefahren des Tabakkonsums erfahren. Der Zigarettenhersteller habe ihn über die Gefahren des Rauchens im Unklaren gelassen. Das Unternehmen sollte daher wegen Fahrlässigkeit, Verschwörung und Betruges verurteilt werden.

In anderen US-Bundesstaaten sind Schadenersatz-Klagen von Einzelpersonen gegen Zigarettenhersteller bislang abgewiesen worden. In Kalifornien wurden indes bereits in drei Fällen Zigarettenhersteller zu Zahlungen an die Kläger verurteilt.

Am Montag hatte ein Gericht im US-Bundesstaat New York der Klage einer Versicherung stattgegeben, die Schadenersatz für Kosten gefordert hatte, die durch das Rauchen entstanden sind. Die Versicherung erhielt eine Schadenersatz-Zahlung von 17,8 Millionen Dollar.

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