Deutsche Bahn Teures Abstellgleis

In den kommenden vier Jahren sollen über 50.000 Bahner das Unternehmen verlassen.

Berlin - Die Deutsche Bahn plant bis 2005 den Abbau von rund 51.000 Stellen. Dies geht aus der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Unternehmensunterlagen zur Mittelfristplanung hervor. Danach sollen im Bereich Fahrweg 18.000 Stellen, beim Personenverkehr 18.800 und beim Güterverkehr 14.700 Stellen wegfallen. Insgesamt fiele damit mehr als ein Fünftel der rund 223.000 Stellen weg. Die Deutsche Bahn verwies am Mittwoch darauf, dass das Unternehmen zu internen Papieren grundsätzlich nicht Stellung nehme. Die PDS-Bundestagsfraktion hielt dem Konzern einen "Personalabbau für eine Schrumpfbahn auf Kosten der Allgemeinheit" vor.

Ein Sprecher der Bahn betonte erneut, dass das Unternehmensziel, bis 2005 insgesamt 3,3 Milliarden Mark an Personalkosten einzusparen, weiterhin stehe. Das sind ein Fünftel der jetzigen Kosten. "Wir setzen darauf, in Verbindung mit den Sozialpartnern intelligente Wege zu finden", sagte er. "Wir reden nicht über Köpfe, sondern Kosten." Betriebsbedingte Kündigungen sind im Konzern bis Ende 2004 ausgeschlossen.

Über Vermittlungs- und Transfergesellschaften will die Bahn voraussichtlich Tausende von Arbeitsplätzen auslagern und unter Umständen abbauen. Die Gewerkschaft Transnet hatte darauf verwiesen, dass davon im Höchstfall 47.000 Stellen betroffen sein könnten. Sie gehe jedoch davon aus, dass diese Größenordnungen bei weitem nicht eintreten werden. Die meisten Stellen würden mit natürlicher Fluktuation und Umbesetzungen innerhalb der Bahn abgebaut. Von den Gesellschaften aus sollen die Eisenbahner möglichst an Stellen außerhalb des Konzerns vermittelt werden.

Die Allgemeinheit darf zahlen

Der verkehrspolitische Sprecher der PDS, Winfried Wolf, kritisierte, mit den Stellenstreichungen ginge der Bahn enormes Fachwissen verloren. Zudem lasse sich die Bahn den Personalabbau letztlich vom Steuerzahler bezahlen. Für unkündbare Eisenbahner, die innerhalb des DB-Konzerns nicht vermittelt werden könnten, müsse der Bund aufkommen. Bei den Arbeitnehmern ohne individuellen Kündigungsschutz, die über konzernfremde Transfergesellschaften an externe Arbeitgeber vermittelt werden sollen, trage die Bundesanstalt für Arbeit einen Großteil der Bezahlung - und damit wieder die Allgemeinheit. Auch der Bundesverband der Selbstständigen (BDS) kritisierte die Stellenstreichungen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.