Lufthansa Spontanstreiks nicht ausgeschlossen

Die Piloten sind optimistisch vor der nächsten Verhandlungsrunde. Zugleich drohen sie.

Frankfurt/Main - Die Verhandlungen über höhere Gehälter für die Piloten wurden am Montag an einem geheimen Ort fortgesetzt. Der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit (VC), Georg Fongern, sagte, "er sei guter Hoffnung", dass beide Seiten ihre "Spielräume nutzen" könnten. Falls es jedoch keine Fortschritte geben sollte, drohte er Spontanstreiks an, "um Druck auszuüben". Die Lufthansa wollte sich zu den Gesprächen nicht äußern.

Die Verhandlungen waren am vergangenen Mittwoch ohne Ergebnis abgebrochen worden. Daraufhin folgte der dritte Pilotenstreik am Donnerstag. Die Piloten wollen am kommenden Donnerstag erneut streiken, falls es bis dahin keine Einigung geben sollte.

Cockpit-Sprecher Fongern schloss aus, dass die Piloten schon am Montag mit Spontanstreiks ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Schließlich müsse der Lufthansa Gelegenheit für neue Angebote gegeben werden.

"Absurder Theaterdonner"

Cockpit verlangt für die 4200 Piloten und Co-Piloten 24 Prozent mehr Gehalt und eine Ergebnisbeteiligung. Die Lufthansa hat bisher für 2001 eine Verbesserung von 10,6 Prozent im Grundgehalt und eine Ergebnisbeteiligung in Höhe von zwei Monatsgehältern angeboten. Hinzu kommen soll zudem ein Aufschlag von drei Prozent innerhalb der vorgesehenen vierjährigen Laufzeit.

Lufthansa-Konzernsprecher Klaus Walther sagte, Cockpit habe zugesichert, auf Streiks während der Verhandlungen zu verzichten. Vorwürfe von Cockpit-Präsident Thomas von Sturm, die Lufthansa instrumentalisiere im Tarifkonflikt ihre anderen Mitarbeiter, nannte Walther "absurd" und "Theaterdonner".

Einkommensgerechtigkeit bewahren

Unterdessen warnte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Lufthansa am Montag davor, bei den Verhandlungen die Einkommensgerechtigkeit zwischen den verschiedenen Beschäftigten-Gruppen des Konzerns preiszugeben.

"Der Lufthansa-Vorstand muss wissen, dass Zugeständnisse an die Piloten nicht ohne Folgen für die Beschäftigten am Boden und in der Kabine bleiben können", teilte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Jan Kahmann in Frankfurt mit.

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