Kirch-Gruppe In der Pole Position

Vize-Chef Hahn gibt sich selbstbewusst. Der Weg zur Macht in der Formel 1 scheint frei.

Frankfurt/München - ProSiebenSat.1 Media wird die Mehrheit in der Formel 1 übernehmen. Dies sagte Kirch-Vize Dieter Hahn in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". EMTV könne jetzt kaum noch einmal eine halbe Milliarde Dollar für die Formel 1 aufnehmen, um bei Speed eine Rückzahlung des Kredits zu finanzieren, so Hahn. Deswegen sei davon auszugehen, dass "wir die Option zur Wandlung wahrnehmen werden".

Der Medienkonzern gab gleichzeitig bekannt, über eine Beteiligung an dem Fernsehkanal TM3 in das interaktive Fernsehen einzusteigen. Geplant sei eine Übernahme von 48,4 Prozent der Anteile an der Holdinggesellschaft Euvia, teilte ProSiebenSat.1 am Montag mit. Zu Euvia gehört der Fernsehsender TM3. Bisherige Alleingesellschafterin der Euvia war die Einkaufssender-Kette Hot Networks. Für die Beteiligung zahlt ProSiebenSat.1 nach eigenen Angaben 67 Millionen Euro als Bareinlage. Zudem erhalte Euvia ein langfristiges Gesellschafterdarlehen von 112 Millionen Euro. Im Gegenzug werde Hot Networks die Anlaufverluste des Unternehmens tragen.

Im Januar hatte die Kirch-Gruppe den Spartensender TM3 von dem australischen Medienkonzern News Corp erworben und an Euvia weitergereicht. Der ehemalige Frauensender will im Laufe des Jahres zu einem Spartenkanal mit Live-Unterhaltung und interaktiver Zuschauerbeteiligung werden. Außerdem plane Euvia einen weiteren Spartenkanal, der unter dem Arbeitstitel "Urlaubsreif" Reise- und Touristik-Programme senden werde. Der Start dieses Dienstes, der sich wie TM3 überwiegend aus den Erlösen der Zuschauertransaktionen finanziere, sei für das erste Halbjahr 2002 vorgesehen.

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