Deutsche Bank Das Wort zum Sonntag

Chefvolkswirt Walter denkt über Gott und die Welt nach. Er fordert die Rückbesinnung auf Werte.

Frankfurt/Main - Die christlichen Kirchen müssen nach Ansicht Norbert Walters wieder Werte verstärkt vermitteln. "Der Duft der Freiheit geht für viele verloren, weil sie keine Beschränkungen mehr empfinden", sagte Walter am Freitag während einer Gesprächsrunde zum bevorstehenden Kirchentag angeregt. Unter dem Motto "In Freiheit bestehen" diskutierte er am Abend in der Frankfurter Dreikönigskirche mit dem ehemaligen Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen, Joachim Gauck.

In Freiheit zu bestehen bedeute auch, Regeln zu kennen und sich bewusst an sie zu halten, betonte Walter. Die Prinzipien, die dahinter stünden, müssten jungen Menschen wieder stärker von der Kirche und vom Elternhaus beigebracht werden.

Das Gefährliche an der Freiheit sei das Gefühl "ich darf alles", meinte Gauck. Die Menschen dürften nicht das Gespür dafür verlieren, Teil eines sozialen Gefüges zu sein. Beide sprachen sich dafür aus, die "Berieselungsgesellschaft" abzuschaffen. Die Menschen müssten sich stärker für die Gemeinschaft engagieren.

Der 29. Evangelische Kirchentag im Juni in Frankfurt will das Verhältnis von Geld und christlicher Ethik zu einem seiner Schwerpunkte machen. Zum Protestantentreffen vom 13. bis 17. Juni werden rund 100.000 Besucher erwartet. Zentrale Themen sind auch die Ökumene, die Gentechnik sowie die Krise in der Landwirtschaft und die aktive Sterbehilfe.

Der 4. Evangelische Kirchentag in Frankfurt nach 1956, 1975 und 1987 steht unter dem Leitgedanken "Du stellst meine Füße auf weiten Raum".

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