Post Morgenstunde

Neuer Konkurrent. Die Zeitung "Mannheimer Morgen" liefert nicht mehr nur ihre Ausgaben aus.

Mannheim - Ab August wolle der nordbadische Verlag durch seine Zusteller auch Geschäftspost von Unternehmen befördern, teilte der Verlag am Freitag mit. Dabei wolle das Tochterunternehmen "Morgenpost Briefservice GmbH" die Preise der Deutschen Post AG unterbieten. Ein Brief solle 85 Pfennig statt 1,10 Mark kosten.

Das Unterfangen des Verlags könnte mit dem noch bestehenden Rest-Postmonopol kollidieren. Nach dem geltenden Recht obliegt die Beförderung von Briefen mit weniger als 200 Gramm Gewicht vorerst noch dem ehemaligen Staatsunternehmen.

Eine Ausnahme ist möglich, wenn der Zusteller eine "qualitativ höherwertige" Dienstleistung als die Post erbringt, beispielsweise eine Auslieferung von Briefen schon wenige Stunden nach dem Aufgeben.

Juristische Auseinandersetzung vorprogrammiert

Grundlage für die Ausweitung der Geschäftstätigkeit sei eine D-Lizenz der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Die geforderte "qualitativ höherwertige" Leistung besteht nach Angaben des Verlages unter anderem darin, dass der Weg jeder Sendung im Postleitzahlenbereich 68 vom Absender bis zum Empfänger dokumentiert werden könne und somit die Qualität eines eingeworfenen Einschreibebriefes erreicht werde.

Ein Sprecher der Regulierungsbehörde in Bonn nannte es wahrscheinlich, dass es über das Vorhaben des Verlages wie in ähnlich gelagerten Fällen auch zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Restmonopolisten Deutsche Post kommen werde.

150 neue Mitarbeiter

Der "Mannheimer Morgen" will nach Angaben seines Geschäftsführers Björn Jansen für den Briefservice 150 neue Mitarbeiter zusätzlich zu den etwa 500 Zeitungszustellern einstellen, zunächst mit Zweijahresverträgen. Bis Ende 2002 will der Verlag ein Volumen von täglich 50.000 Briefen erreicht haben.

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