Feiertage Immer wieder montags

Handwerks-Präsident Dieter Philipp will Feiertage auf den Montag legen. Kirchen laufen Sturm.

Köln - Philipp nannte als Grund für seinen Vorschlag, Betriebe würden durch eine Verlegung aller gesetzlichen Feiertage außer Weihnachten entlastet werden. Vorbild seien die USA.

Dem Kölner "Express" (Freitag) sagte Philipp, die Firmen müssten sich unter "finanziellen und logistischen Belastungen" mit " Brückentagen" vor oder nach Feiertagen auseinandersetzen. "Kleine Betriebe mit wenig Personal werden durch zusätzliche Urlaubswünsche getroffen, die Arbeit an vielen Projekten muss gleich an zwei Tagen ruhen. Das führt zu erheblichen Einbußen."

Kein anderes Land leiste sich so viel Urlaub und Freizeit wie Deutschland, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Da dürfe es nicht zusätzlich solche "unproduktiven Tage" geben.

Philipp: "Bei einem Besuch in den USA habe ich es gerade wieder erlebt: Dort wird der freie Tag stets auf einen Montag verlegt - egal auf welchen Wochentag der Feiertag fällt." Philipp sieht darin Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Beschäftigte erhielten automatisch ein verlängertes Wochenende. "Im Gegenzug bekommen die Betriebe Planungssicherheit. Für sie entfallen die kaum kalkulierbaren Brückentage."

Kirchen protestieren

Philipps Vorschlag stieß bei Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche auf Unverständnis und Kritik. "Darüber wollen wir noch nicht mal diskutieren", sagte ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland. So könne man in Deutschland nicht mit Traditionen umgehen. "Es geht nicht an, dass solche Traditionen unter dem Gesichtspunkt der ökonomischen Effizienz zurecht gestutzt werden. Nach dem Vorschlag von Herrn Philipp müsste der Karfreitag in Zukunft ja am Montag der Karwoche gefeiert werden."

Der Sekretär der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, erklärte, Ursprung und Sinn der christlichen Feste und Feiertage würden durch eine Verlegung verdunkelt. Ökonomische Gesichtspunkte für eine Verschiebung seien nicht hinzunehmen. Kirchliche Feiertage bezögen sich auf das Kirchenjahr und strukturierten den Jahresablauf.

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