Dienstag, 2. Juni 2020

Bahn-Konkurrent startet Ende Mai Flixbus steuert wieder 50 Ziele in Deutschland an

FlixBus: Fernbusreisen wieder ab 28. Mai in rund 50 Städte Deutschlands möglich

Flixbus kehrt auf deutsche Straßen zurück: Ab 28. Mai nimmt das Fernbus-Unternehmen erste Verbindungen in Deutschland wieder auf. Der Deutsche-Bahn-Konkurrent hat dafür ein europaweites Hygienekonzept erarbeitet, um das Infektionsrisiko zu senken. Verboten war der Betrieb für Flixbus zwar nie, aber das Unternehmen fürchtete, wegen der Einschränkungen durch die Corona-Epidemie nicht sicher und profitabel arbeiten zu können.

Zu Beginn fahren 26 Busse knapp 50 Haltepunkte aus dem ursprünglichen Netzwerk an. Neben Großstädten wie Berlin, Leipzig oder Frankfurt am Main werden auch kleinere Städte wie Bayreuth, Titisee-Neustadt, Weimar und Wolpertshausen angefahren. Wichtige Strecken wie Hamburg-Berlin gehen wieder ans Netz. Tickets für Verbindungen ab dem 28. Mai sind ab sofort online buchbar. Auch in Österreich, Polen, Tschechien und Dänemark nimmt FlixBus zu diesem Termin wieder den Betrieb auf.

Abhängig von der Kundennachfrage soll das Streckennetz nach und nach weiter ausgebaut werden. Er freue sich, "endlich auf die Straßen zurückzukehren", sagte André Schwämmlein (38), Mitgründer und Geschäftsführer der Muttergesellschaft FlixMobility dem manager magazin. Mitte März hatte er das Netz weltweit heruntergefahren, die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Auch der FlixTrain fuhr nicht mehr. Neue Kredite stabilisierten unterdessen die Finanzlage.

Sein Unternehmen habe nun eine schwierige Hochlaufphase vor sich, so Schwämmlein, die bis zu zwei Jahre dauern könnte. "Es wird ein Marathon, kein Sprint."

Maskenpflicht im Bus - während der Fahrt sitzt man eng beisammen

Flixbus verspricht, die Busse nun nach jeder Fahrt gründlich zu desinfizieren. Der Ein- und Ausstieg erfolgt ab nächster Woche ausschließlich über die hintere Bustür. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist bei Ein- und Ausstieg sowie während der gesamten Fahrt Pflicht. Der mittlerweile gewohnte Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist sowohl in den Wartebereichen an den Haltestellen als auch beim Ein- und Ausstieg zu beachten. Während der Fahrt sitzt man allerdings gewohnt eng zusammen. Anders ging es laut Schwämmlein nicht - sofern man mit dem Betrieb weiter Geld verdienen will.

Flixbus hatte in den letzten Jahren vor allem im Ausland stark expandiert und sein Netz erweitert. 2018 gingen erste Linien in den USA ans Netz. Im August 2019 übernahmen die Münchener den türkischen Busanbieter Kamil Koç. Wann es dort weitergeht, ist noch unklar. Schwämmlein betont, dass das Infektionsgeschehen etwa in den USA noch weitaus dramatischer sei als in Europa.

Zusammen mit seinen Mitgründern Jochen Engert und Daniel Krauss konzentriert er sich nun erstmal darauf, das bisherige Angebot wiederherzustellen. "Die Expansion auf andere Kontinente ist erstmal aufgeschoben", sagt Schwämmlein, "aber unsere alten Ziele sind nicht verschwunden."

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