SAirGroup Banken greifen tief in die Taschen

Die angeschlagene Swissair soll eine Finanzspritze von einer Milliarde Franken erhalten.

Zürich - Das wurde am Mittwoch am Rande der Hauptversammlung (HV) des Dachkonzerns SAirGroup in Zürich bekannt. Das Geld soll von der Credit Suisse First Boston, der Deutschen Bank und der City Bank kommen. Außerdem werde der Name SAirGroup ab sofort in Swissair-Group geändert, hieß es weiter. Die SAir-Group hatte 2000 einen Verlust von 2,88 Milliarden Franken eingeflogen.

Die SAir-Group will künftige Allianzen mit anderen Fluggesellschaften nur auf der Basis gleicher Interessen ohne oder mit geringer Kapitalverflechtung schließen. Das sagte der Leiter der SAirGroup, Mario Corti.

Zur HV kamen nur 7000 der angemeldeten 19.000 Aktionäre. Corti, der erst seit einigen Monaten den Konzern führt, räumte ein, dass die Swissair mit dem Aufbau eines eigenen Flugverbunds gescheitert sei. Die Swissair hatte sich mit ihrem Einstieg in die französischen Fluggesellschaften AOM und Air Liberte und die belgische Sabena so übernommen, dass im Jahr 2000 ein Verlust von 1,9 Milliarden Euro geschrieben wurde. Das war das schlechteste Ergebnis in der 70-jährigen Geschichte der Gesellschaft.

Das Brüsseler Handelstribunal erteilte am Mittwoch einem unabhängigen Experten die Vollmacht, die Bücher der Sabena Belgian World Airlines und ihrer Muttergesellschaft SAir-Group über sechs Monate zu prüfen. Die Entscheidung sei auf Antrag von drei Piloten gefallen, die auch Aktionäre der SAirGroup seien, sagte Erwin Verstrepen von der Belgian Cockpit Association. Die Rechtsabteilung von Sabena erwägt nach Aussage eines Sprechers einen Einspruch gegen die Entscheidung, weil eine zusätzliche Prüfung "Zeitverschwendung" sei.

Der französische Arbeitgeberpräsident Ernest Antoine Seillière hatte am Dienstag dem Radiosender Europe1 gesagt, voraussichtlich werde die SAir-Group 500 Millionen Franc in die beiden defizitären Fluggesellschaften AOM und Air Liberte investieren. Seillière ist über seine Familienholding Marine-Wendel formal Mehrheitseigner von AOM und Air Liberte, hat die unternehmerische Verantwortung aber der SAir Group überschrieben. Er berief sich bei seinen Angaben auf eine Aussage Cortis

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