Ericsson Mobilfunk-Partnerschaft

Der angeschlagene Technologie-Konzern kooperiert beim Handy-Bau mit Sony.

Tokio/Stokholm - Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson und der japanische Elektronikkonzern Sony wollen gemeinsam vom wachsenden Markt für die neue Mobilfunkgeneration UMTS und das mobile Internet profitieren. Ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Sony Ericsson Mobile Communications mit Hauptsitz in London wird voraussichtlich am 1. Oktober den Geschäftsbetrieb aufnehmen, teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit.

Das neue Unternehmen werde verantwortlich für Forschung und Entwicklung, Marketing, Vertrieb und Service von Mobiltelefonen sein. Die beiden Muttergesellschaften würden eng zusammenarbeiten und das Gemeinschaftsunternehmen unterstützen, das dank der Erfahrungen aus der Telekommunikation, der Unterhaltungselektronik sowie der Musik-, Foto- und Spielebranche bestens aufgestellt sei.

Ericsson hatte im ersten Quartal dieses Jahres einen deutlichen operativen Verlust verzeichnet und ein "Effizienz-Programm" angekündigt, das unter anderem die Streichung von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen vorsieht. Vor allem Betriebsverluste in der Handysparte wegen zurück gehender Auftragseingänge wurden für die negative Entwicklung verantwortlich gemacht.

Besser als die Handysparte entwickelte sich jedoch das Geschäft mit Netzwerktechnologie. Hier legte der Auftragseingang auf Grund der starken Nachfrage nach UMTS-Infrastruktur um acht Prozent zu. Künftig soll sich das Mobilfunkgeschäft auf die Bereiche, die Bedeutung für diese zweite Geschäftssparte haben, beschränken.

Siemens unter Druck

An der Börse sahen Händler bereits in der vergangenen Woche nach ersten Informationen über die Gespräche zwischen Ericsson und Sony Probleme auf die Siemens-Mobilfunksparte zukommen. Zwar stehe Siemens im Vergleich zur schwedischen Konkurrenz sehr gut da, doch könnte das Unternehmen zwischen Markführer Nokia und einer neuen Allianz auf dem Handymarkt stark unter Druck geraten.

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