Banken Ein Kreis genügt

Die Geldhäuser verstoßen im Umgang mit Überweisungen in hohem Maße gegen ihre Sorgfaltspflicht.

Mainz (dpa/lrs) - Viele Banken führen nach einem Bericht des ZDF- Wirtschaftsmagazins "WISO" Überweisungen ohne ausreichende Kontrolle aus. Selbst Kontoinhaber wie Osterhase oder Donald Duck fallen nicht auf, statt Unterschriften werden auch Wellenlinien oder Kreise akzeptiert. Das ergab ein Test des Magazins bei zehn Banken, wie das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) am Sonntag vorab berichtete (WISO, 23. April, 19.25 Uhr im ZDF).

In 17 von 20 Fällen seien Beträge von 955 und 1830 Mark abgebucht worden, obwohl die Aufträge nicht unterschrieben waren. Es genügte die Angabe der Kontonummer, in keinem Fall sei ein Namenszug als Unterschrift vorgetäuscht worden. Nur drei Mal seien die Überweisungen nicht gebucht worden. Damit verletzten die Banken in hohem Maße ihre Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Kunden.

Kontoinhaber können sich schützen

Verbraucher können sich vor einem solchem Missbrauch schützen, indem sie ihre Kontoauszüge regelmäßig und sorgfältig prüfen. Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sagte dem Magazin: "Wenn die Unterschrift auf einem Überweisungsträger nicht stimmt, dann ist der Kunde eigentlich raus, denn er hat keine wirksame Weisung, keinen Auftrag erteilt." In diesem Fall müsse die Bank den Betrag zurückbuchen.

Getestet wurden nach Darstellung von "WISO" die SEB Bank, Deutsche Bank 24, HypoVereinsbank, Dresdner Bank, Commerzbank, Postbank, Sparda Bank sowie jeweils eine Sparkasse, eine Kreissparkasse und eine Volksbank. Welche Banken die Überweisungen nicht ausführten, wurde nicht mitgeteilt.

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