Studie Soziales Gefälle

Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren weiter vergrößert.

Berlin - Dies ist das Ergebnis des ersten "Armuts- und Reichtumsberichts" der Bundesregierung, der am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden soll. Nach dem maßgeblich vom Bundesarbeitsministerium erstellten Papier gab es in Deutschland Ende 1998 rund 1,5 Millionen Vermögensmillionäre - fast sieben Mal so viele wie 1978, berichten der Berliner "Tagesspiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag.

Die Zahl der Einkommensmillionäre wird auf 13.000 beziffert. Dagegen lebten 2,88 Millionen Menschen von Sozialhilfe, etwa ein Fünftel der Bevölkerung galt als Geringverdiener. Langfristig habe sich die Ungleichheit der Einkommen verstärkt, heißt es.

Weiter konzentrierten sich dem Bericht zufolge 42 Prozent des Privatvermögens auf ein Zehntel der westdeutschen Haushalte. Andererseits musste sich die Hälfte der dortigen Bevölkerung mit einem Anteil von 4,5 Prozent zufrieden geben. Im Osten besaß das obere Zehntel sogar 48 Prozent des Privatvermögens.

Jeder West-Deutsche besitzt eine Viertelmillion

Das durchschnittliche Privatvermögen der Westhaushalte lag bei etwa 254.000 Mark. Dagegen kam der durchschnittliche Haushalt im Osten lediglich auf 88.000 Mark. In ganz Deutschland stieg die Zahl der überschuldeten Haushalte von 1994 bis 1999 um 30 Prozent auf rund 2,8 Millionen.

Von sozialer Ausgrenzung sind dem Bericht zufolge vor allem Arbeitslose, gering qualifizierte, allein Erziehende und kinderreiche Familien betroffen.

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