Metro Der erste Schritt ist getan

Der Konzern setzt zum Sprung nach Europa an und kauft in Belgien ein.

Köln - Der Kölner Warenhauskonzern Kaufhof setzt zum Sprung nach Europa an. Als ersten Schritt kündigte der zur Metro gehörende Handelsriese am Freitag in Köln die Übernahme des einzigen belgischen Warenhaus-Unternehmens, Inno, an. "Mit der Akquisition von Inno legen wir die Basis für Internationalisierung des Kaufhofs", kündigte Metro-Vorstandssprecher Hans-Joachim Körber an. Zur Finanzierung weiterer Übernahmen sei eine Reduzierung der Metro-Beteiligung am Kaufhof auf bis zu 51 Prozent denkbar.

Inno, vor rund 100 Jahren gegründet, ist das einzige Warenhaus-Unternehmen in Belgien und betreibt 15 Warenhäuser in nahezu allen Großstädten des Nachbarlandes. Mit rund 1600 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Netto-Umsatz von 225 Millionen Euro (440 Millionen Mark). Der Kaufpreis liege - in Euro gerechnet - im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, sagte ein Metro-Sprecher.

"Mit dem Erwerb von Inno kann die Kaufhof Warenhaus AG erste Erfahrungen im Hinblick auf die weitere europäische Expansion sammeln", betonte der Kölner Konzern. Mit dem Gang nach Europa erschließe sich der Kaufhof zusätzliches profitables Wachstum.

Die strategische Vision sei, das von Kaufhof entwickelte Galeria-Konzept zu einer unverwechselbaren Marke zu machen. Die auf gehobene Ansprüche ausgerichtete Sortimentskonzeption von Inno bilde eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Einführung des Galeria-Konzeptes. Gleichzeitig würden durch eine Einbindung der belgischen Kaufhäuser in die Kaufhof-Logistik Synergien realisiert sowie Flächenproduktivität und Profitabilität deutlich verbessert.

Der Schritt nach Belgien bedeutet einen Kurswechsel in der Kaufhof-Strategie. Lange Zeit hatte das Unternehmen vor einer Expansion ins Ausland zurückgeschreckt, weil man davon ausging, dass die Warenhausbranche zu sehr von nationalen Eigenheiten geprägt werde.

Übernommen wird von der Metro allerdings nur das operative Inno-Geschäft. Die Immobilien verbleiben bei der Immobilientochter des bisherigen Inno-Eigners GIB.

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