Börsenbarometer Der Weltmensch

Unter Frankfurts Top-Bankern ist Rolf Breuer die unbestrittene Nummer eins. In der Anlegergunst muss der Deutsche-Bank-Chef sich nur Siemens-Lenker Heinrich von Pierer geschlagen geben.

Hamburg - "Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar." Wenn Marius Müller-Westernhagen diese Zeile heute singen würde, wäre der frischgebackene Bundesverdienstkreuzträger in bester Gesellschaft. Denn vor allem bei den über 50-jährigen Privatanlegern mit gutgefüllter Brieftasche ist Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer sehr beliebt. Fast 70 Prozent dieser Anlegergruppe vertrauen auf den 64-jährigen Bankmanager.

Da aber auch die weniger gesetzten Investoren es Breuer zutrauen, die Deutsche Bank erfolgreich zu führen, kommt er im Schnitt auf 66 Prozent Zustimmung. Nur jeder fünfte Privatanleger würde es begrüßen, wenn der gelernte Jurist seinen Posten schon vor seinem offiziellen Ausscheiden im nächsten Jahr zur Verfügung stellen würde.

Dass es dazu kommen wird, ist aber mehr als unwahrscheinlich. Denn auch wenn mit Josef Ackermann sein Nachfolger bereits im vergangenen Herbst bestimmt wurde, ist Breuer mitnichten eine "lame duck". Bis zur Hauptversammlung im kommenden Jahr gibt es für ihn genug zu tun. Nicht zuletzt die Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz erlaubt es dem Deutsche-Bank-Chef nicht, seine Amtszeit gemütlich ausklingen zu lassen.

Seinen "neuen" Konkurrenten, Allianz-Vorstand Henning Schulte-Noelle, weist er zwar nicht nur im Ranking, sondern auch beim Bekanntheitsgrad mit 88 Prozent (Schulte-Noelle: 76 Prozent) in die Schranken. Bis zum nächsten mm-Börsenbarometer dürfte der "Eindringling" diesen Abstand aber deutlich verkleinert haben.

Die Entwicklung des Aktienkurses bringt Breuers Position nicht in Gefahr. Als er im Mai 1997 die Führung der Deutschen Bank von Hilmar Kopper übernahm, stand das Papier bei rund 50 Euro. Von diesem Zeitpunkt an hat sich der Deutsche-Bank-Kurs prächtig entwickelt. Anfang dieses Jahres übersprang die Aktie sogar kurzzeitig die Marke von 100 Euro. Aktuell steht die Deutsche Bank bei rund 90 Euro.

Damit stärkte Breuer auch den Rückhalt bei den eigenen Leuten. Elf Prozent der Deutsche-Bank-Aktien sind nämlich im Besitz aktiver oder ehemaliger Deutsch-Banker, die zu Vorzugskonditionen einsteigen durften. Den größten Posten besitzen mit 54 Prozent institutionelle Anleger und Unternehmen. Versicherungen und Investmentgesellschaften sind in dieser Gruppe noch nicht berücksichtigt. Sie vereinen allein 27 Prozent des Grundkapitals auf sich.

Arne Stuhr

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