DaimlerChrysler Der Konzern gewinnt die Oberhand

Bei der gemeinsamen Produktion von Lkw und Bussen mit Hyundai bleibt es nicht bei einem 50-zu-50-Gemeinschafts-Unternehmen.

Tokio/Stuttgart - Wie die Zusammenarbeit mit Hyundai am Ende aussehen wird, bleibt unklar. Von einer kompletten Trennung DaimlerChryslers von dem maroden Partner war zu Beginn der Woche die Rede. Dann war zu lesen, dass sich auch Hyundai am Gemeinschaftsprojekt Z-Car von DaimlerChrysler und Mitsubishi beteiligt. Nun also eine neue Variante:

Zunächst einmal wird Hyundai Motor Company wahrscheinlich nicht länger die paritätische Eignerschaft beim geplanten Nfz-Joint-Venture mit der DaimlerChrysler AG, Stuttgart, anstreben. Wie die Zeitung "Korea Herald" am Freitag berichtet, steht DaimlerChrysler einem zu gleichen Teilen geführten Joint Venture kritisch gegenüber. Die Zeitung berichtet, Hyundai könnte sich mit einer Eignerschaft im Verhältnis 70 zu 30 oder 80 zu 20 zugunsten von DaimlerChrysler zufrieden geben.

Am Tag zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) bereits berichtet, DaimlerChrysler werde sich in Asien im Pkw-Geschäft auf die Allianz mit seinem japanischen Partner Mitsubishi Motors konzentrieren. Der südkoreanische Hersteller Hyundai, an dem sowohl DaimlerChrysler als auch Mitsubishi beteiligt sind, werde vorläufig nicht Teil der Allianz, habe Mitsubishi-Vizepräsident Rolf Eckrodt gesagt. Die Zusammenarbeit von DaimlerChrysler und Hyundai konzentriere sich auf das Geschäft mit Lkw und Bussen.

Eckrodts Missverständnis

Erst am Dienstag hatte eine Meldung über den Ausstieg von DaimlerChrysler bei Hyundai für Verwirrung gesorgt. Ein DaimlerChrysler-Sprecher hatte einen Bericht der "Automotive News" schließlich dementiert, wonach DaimlerChrysler nach der Aufstockung seines Anteils an Mitsubishi kein Interesse an der Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Hyundai mehr habe.

Der Sprecher hatte betont, DaimlerChrysler halte an seiner Beteiligung an Hyundai fest. Die Kooperation sei ein integraler Bestandteil der Asienstrategie. DaimlerChrysler und Hyundai wollten bei der Entwicklung von Kleinwagen und Lastwagen zusammenarbeiten, so der Sprecher.

Das Fachblatt hatte sich auf Aussagen des für das Mitsubishi-Tagesgeschäft zuständigen Managers Eckrodt berufen. Nach Angaben des DaimlerChrysler-Sprechers hat Eckrodt der "Automotive News" jedoch kein Interview gegeben. Eckrodt sprach am Mittwoch in Tokio von einem klaren Missverständnis.

Daimler-Designer bei Mitsubishi

Für Mitsubishi sei ein neuer Chefdesigner von DaimlerChrysler verpflichtet worden, teilte Eckrodt am Mittwoch in Tokio mit.

"Wenn wir nur Kosten senken, ohne die Produkte attraktiver zu machen, werden wir kein Jahr mehr überleben", fügte der ebenfalls vom Stuttgarter Großaktionär (37,3 Prozent der Mitsubishi-Anteile) als Chefsanierer nach Tokio entsandte Eckrodt zur Begründung hinzu.

Den Namen des Designers wollte Eckrodt noch nicht nennen. Er habe bislang Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz gestaltet, war lediglich zu erfahren. Der Designer aus Stuttgart werde das neu organisierte globale Designteam des japanischen Autoherstellers leiten und ein Konzeptauto für die Tokyo Motor Show im Oktober gestalten. Die gegenwärtige Produktpalette werde kritisch überprüft. Die Qualitätskontrolle sei schon verbessert worden.

Außerdem wollen DaimlerChrysler und Mitsubishi in der kommenden Woche Gespräche über ihre Zusammenarbeit im Lastwagen-Bereich starten. Das kündigte der Vorstandschef von Mitsubishi Motors, Takashi Sonobe, am Mittwoch in Tokio an. Ein Konzernsprecher des deutsch-amerikanischen Autobauers wollte keine Angaben über den Inhalt der Gespräche machen.

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