Deutsche Telekom "Schwarzer Freitag für den Wettbewerb"

Die Konkurrenten sind unzufrieden. Der Preis für die letzte Meile ist noch immer zu hoch.

Bonn - Die Telekom-Rivalen lehnen den neuen Mietpreis für die Hausanschlüsse des Ex-Monopolisten entschieden ab. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post werde mit der Neufestsetzung des Preises für die letzte Meile ihr Hauptziel, mehr Wettbewerb im Ortsnetz zu schaffen, nicht erreichen, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützner, am Freitag.

Er verwies darauf, dass die neuen Anbieter weiterhin einer Kosten-Preis-Schere unterlägen, da sie für die Vorleistung deutlich mehr zahlen müssten als der Endkunde für das Gesamtprodukt. Die Entscheidung des Regulierers sei ordnungspolitisch nicht nachvollziehbar.

Von einem "schwarzen Freitag für den Wettbewerb" sprach Rainer Lüddemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (Breko), in dem die so genannten City-Carrier organisiert sind.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte zuvor am Freitag bekannt gegeben, dass für die Wettbewerber der Deutschen Telekom der Zugang zum Telefonanschluss des Endkunden künftig billiger wird. Für die Überlassung der Leitungen auf der so genannten letzten Meile darf der Bonner Ex-Monopolist ab dem 1. April nur noch 24,40 Mark monatlich von seinen Konkurrenten verlangen, eine Mark weniger als bisher.

Die Preise für T-DSL wurden nicht geändert

Diese Entscheidung gab die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Freitag in Bonn bekannt. Zugleich werden die einmaligen Kosten für die Umschaltung und den Wechsel eines Telefonkunden auf 181 Mark beziehungsweise 74 Mark abgesenkt. Die Telekom hatte erheblich höhere Gebühren gefordert.

Es liege auf der Hand, dass die preislichen Bedingungen eine ganz wesentliche Bedeutung für die Entwicklung von chancengleichem Wettbewerb im Ortsnetz haben, erklärte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth. Außerdem muss die Telekom ihren Konkurrenten den Wiederverkauf von Telefonleistungen im Ortsnetz ermöglichen.

Nicht beanstandet wurden dagegen die Preise der Telekom für den schnellen Internetanschluss T-DSL. Eine Beschwerde der Wettbewerber wegen angeblichen Preisdumpings wies die Regulierungsbehörde zurück.