Castor Angekommen

Ohne größere Behinderungen auf der letzten Etappe hat der Transport Gorleben erreicht.

Gorleben - Die Tieflader mit den sechs Castor-Behältern mit deutschem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague passierten am Donnerstag um 08.05 Uhr die Zufahrt zum Zwischenlager.

Vor dem Lager waren um die überraschend frühe Ankunftszeit kaum mehr als zwei Dutzend Demonstranten, die aber von dem starken Polizeiaufgebot auf Distanz gehalten wurden. "So, das war's", sagte der Einsatzleiter der Polizei über Mikrofon zu den Beamten, nachdem auch der letzte Behälter mit Atommüll in das Zwischenlager eingefahren war.

Nach dem problemlosen Start der Castor-Behälter in Dannenberg war der Transport mit speziellen Lastwagen nur kurz auf Widerstand gestoßen: In Laase an der Elbe hatten Atomkraftgegner mit Traktoren eine Blockade errichtet, wie die Polizei mitteilte. Der Transport sei kurz vor der Blockadestelle zeitweilig zum Halten gekommen.

Polizei überraschte Demonstranten und Medien

Am frühen Morgen hatten ohne die erwarteten massiven Proteste von Atomkraftgegnern die sechs Castor-Behälter die Umladestation in Dannenberg verlassen.

Mit einer Überraschungstaktik sorgte die Polizei dafür, dass die Behälter auf Spezial-Tiefladern ungestört rollen konnten: Die Schwerlastwagen verließen die Umladestation nicht auf dem von früheren Transporten gewohntem Weg, sondern durch eine andere Ausfahrt, die weitgehend unbeobachtet war. Sowohl Demonstranten wie auch Journalisten wurden von dem frühen Transport überrascht.

Von Seiten der Atomkraftgegner habe es beim Ausfahren der in der Nacht von der Bahn auf Lastwagen umgeladenen Castor-Behälter keinen Widerstand geben, erklärte ein Polizeisprecher. "Es ist völlig ruhig", sagte er nach Transoportbeginn. Auch in der Nacht habe es keine Aktionen der Castor-Gegner gegeben.

Für 14 Kilometer eine Stunde gebraucht

Dauerregen behinderte ihre Pläne. Für die etwa 14 Kilometer von Dannenberg bis Grippel brauchte er etwa eine Stunde. Die Polizei hatte äußerst starke Polizeikräfte in Dannenberg zusammengezogen und die Verladestation weiträumig abgesperrt. Schon weit vor der Station kontrollierten Polizisten Passanten.

Der erste Castor-Transport seit vier Jahren war von 15.000 Polizeibeamten geschützt worden. Der Zug mit den Castor-Behältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague war erst am Mittwochabend in Dannenberg eingetroffen.

Atomkraftgegner hatten am Mittwoch den Zug fast 20 Stunden aufgehalten, indem sie sich an einer Betonkonstruktion unter den Bahngleisen angekettet und festbetoniert hatten.

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