Lufthansa 100 Maschinen blieben am Boden

Die Warnstreiks der Piloten und Copiloten sind beendet. Der Tarifstreit geht weiter.

Frankfurt/Main - Der knapp dreistündige Ausstand hatte am Mittwochmorgen zu rund 100 Flugausfällen und erheblichen Verspätungen in Deutschland geführt. Etwa 15.000 Passagiere seien betroffen gewesen, teilte die Lufthansa mit.

Nach einem Aufruf der Vereinigung Cockpit hatten mehr als 200 Piloten und Copiloten für zweieinhalb Stunden die Arbeit niedergelegt. Zu langen Warteschlangen kam es aber etwa an den Flughäfen von Frankfurt und Hamburg nicht. Die Lufthansa hatte Passagiere zum Umsteigen auf die Bahn aufgerufen. Der Flugbetrieb sollte sich im Laufe des Tages normalisieren.

Cockpit fordert Einkommenserhöhungen von im Schnitt mehr als 30 Prozent. Die Lufthansa lehnt dies ab, hat aber für die nächste Gesprächsrunde am 2. April ein Angebot angekündigt.

Streiks "unnötig, überflüssig und unzulässig"

Konzernsprecher Klaus Walther kritisierte die Streiks im ARD-Morgenmagazin als unnötig, überflüssig und unzulässig. Ein Eingehen auf die Cockpit-Forderungen würde die internationale Konkurrenzfähigkeit der Lufthansa "dramatisch gefährden". Die Forderungen lägen in einer Bandbreite von 38 bis 70 Prozent mehr Lohn.

Die Vereinigung Cockpit rechtfertigte die Aktionen. Sie seien notwendig, um von der Lufthansa überhaupt ernst genommen zu werden, sagte Michael von Pilar, Mitglied der Tarifkommission, ebenfalls im ARD-Morgenmagazin. Während Pilar betonte, dass das Gehalt bei der Lufthansa im europäischen Vergleich am unteren Ende liege, ordnete Walther es ins Mittelfeld ein.

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