Börsenbarometer Die Braut, die sich (noch) nicht traut

Die Verehrer stehen Schlange bei der Dresdner Bank. Aktuell macht die Allianz den grünen Bankern den Hof. Bis jetzt konnte sich Vorstandschef Bernd Fahrholz aber zu keinem offiziellen Ja-Wort durchringen.

Hamburg - Egal ob Deutsche Bank oder Commerzbank, kein Kandidat war gut genug für die "grüne Braut". Also darf oder muss sich Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz weiterhin mit Heiratsanträgen und Entlobungen auseinander setzen.

Damit kommt die Dresdner Bank auch ein Jahr nach der spektakulären Beinahe-Fusion mit der Deutschen Bank nicht zur Ruhe. Nachdem zu Beginn dieser Woche spekuliert wurde, die Allianz wolle die Dresdner Bank komplett übernehmen, scheinen sich diese Gerüchte jetzt zu verdichten. Fahrholz selbst soll in den Allianz-Vorstand rücken.

Die im mm-Börsenbarometer befragten Privatanleger würden eine klare Entscheidung offensichtlich begrüßen. Sie lasten den langen Unruhezustand vor allem Fahrholz an. 36 Prozent von Ihnen glauben nicht, dass er den Laden in den Griff bekommen wird.

Vor allem zu den Gutverdienern und Studierten ist das "grüne Band der Sympathie" zerschnitten. Mit jeweils 39 Prozent sprechen viele Führungskräfte und Meinungsbildner dem Dreba-Chef die Fähigkeiten zur Bewältigung der Krise ab.

Für Fahrholz spricht, dass er es in nur einem Jahr geschafft hat, seinen Bekanntheitsgrad von praktisch Null auf 76 Prozent zu steigern. Lediglich bei den Frauen kann er mit seiner zurückhaltenden Art noch nicht so punkten. 31 Prozent der weiblichen Anleger kennen den Top-Banker nicht.

Der Aktienkurs der Dresdner Bank kann für die vergangenen zwölf Monate mit dem Bekanntheitsaufschwung des Chefs nicht mithalten. Mit gut 49 Euro am Mittwoch Abend liegt er nur aufgrund der erneuten Übernahmegerüchte über dem Vorjahresniveau. Schon im Sommer hatten die später geplatzten Fusionsgespräche mit der Commerzbank den Kurs kurzzeitig beflügelt.

Mit 22 Prozent ist die Allianz bereits Großaktionärin bei der Dresdner Bank. Neben den Münchnern halten die Frankfurter Gesellschaft für Finanzwerte und die Vermögensverwaltungsgesellschaft jeweils 10,6 Prozent der Anteile. Hinter diesen beiden Namen stecken zahlreiche Unternehmen und Großinvestoren, die in den Gesellschaften ihre Beteiligungen gebündelt haben.

Arne Stuhr

Schon wieder Gerüchte um Deutsche Bank und Dresdner Bank

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