Kalifornien Preistreiberei

Aus taktischen Gründen lassen Stromerzeuger im Silicon Valley gerne mal das Licht ausgehen.

Washington - Stromerzeuger haben den US-Bundesstaat Kalifornien mit überteuerten Preisen in Milliardenhöhe geschröpft. Zu diesem Schluss kommt der staatliche Netzbetreiber ISO in einer Studie, die am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Die Firmen hätten Energie bewusst zurückgehalten und damit die Preise in die Höhe getrieben. Der Vorwurf wurde bereits mehrfach von verschiedenen Seiten erhoben. Doch zum ersten Mal legte die Behörde Zahlen vor. In amerikanischen Medienberichten schwankten die Angaben über zu Unrecht verlangte Einnahmen zwischen 5,5 Milliarden und 6,2 Milliarden Dollar.

Das Geld sollte den Steuerzahlern zurückgegeben werden, forderte der Netzbetreiber. Kalifornien gibt derzeit täglich 45 Millionen Dollar Steuergelder zum Kauf von Strom aus, weil die privaten Stromversorger zahlungsunfähig geworden sind. Sie dürfen die hohen Energiepreise per Gesetz nicht an die Kunden weitergeben. Die Preise waren seit der Liberalisierung des Strommarkts 1996 auch wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs an der Westküste und dem dadurch gestiegenen Bedarf in die Höhe geschnellt.

Der Bundesstaat wurde in den vergangenen Monaten mehrfach von Stromknappheit geplagt. Ende Januar und zu Beginn dieser Woche mussten sogar mehrere Stromkreise vorübergehend vom Netz genommen werden. Dadurch gingen bei bis zu 1,3 Millionen Einwohnern Kaliforniens stundenlang die Lichter aus