Börsenbarometer Der Aktienkurs - das Maß aller Dinge

In turbulenten Börsenzeiten sind gestandene Wertschaffer gefragt. manager magazin wollte daher von Deutschlands Privatanlegern wissen, welchen Top-Managern sie auf dem Parkett am meisten zutrauen.

Hamburg - Heinrich von Pierer heißt der Überraschungssieger des ersten manager-magazin-
Börsenbarometers. 71 Prozent der vom Marktforschungsinstitut Emnid befragten Privatanleger trauen dem Chef des Münchner Siemens-Konzerns zu, den Börsenwert seines Unternehmens - und damit den Aktienkurs - nachhaltig zu steigern. Damit verweist von Pierer Deutsch-Banker Rolf Breuer und VW-Lenker Ferdinand Piëch auf die Plätze.

In der Anlegergunst liegen somit nicht die als "Shareholder-Value-Verfechter" bekannten Jürgen Schrempp oder Ron Sommer vorn, sondern die eher zur konservativen Fraktion zählenden Manager von Pierer und Piëch. Der omnipräsente Telekom-Primus Sommer ist mit einem Bekanntheitsgrad von 92 Prozent zwar Spitze. Doch sein Strahlen allein überzeugt die Anleger nicht. Beim Thema Wertschöpfung trauen sie ihm offensichtlich wenig zu.

Der Sieg des stillen und eher farblos wirkenden von Pierers kommt überraschend. Der Siemens-Chef war über Jahre nicht gerade als Börsenfreund und Aktionärsliebling bekannt. Er führe "Deutschlands größte Bank mit angeschlossener Elektroabteilung", wurde ihm von Anlegern wegen seiner zögerlichen Investitionspolitik oft vorgehalten. Zudem kümmere er sich zu wenig um den Aktienkurs.

Neben dem Image der deutschen Wirtschaftselite (Frauentyp oder Volksheld?) wollte manager magazin auch wissen, was die Anleger aus den jüngsten Marktturbulenzen gelernt haben. Erstaunlich: Das Gros der Befragten setzt auch weiterhin auf die Börse. Die Investitionsentscheidung überlassen die Anleger allerdings immer häufiger professionellen Fondsmanagern. Nahezu jeder zweite Befragte investiert daher in Aktienfonds. Es folgen festverzinsliche Papiere (33 Prozent) und die Einzelanlage in Aktien mit nur noch 15 Prozent.

20 Top-Manager zur Wahl

Für das Börsenbarometer befragte manager magazin in Zusammenarbeit mit Emnid und Kirchhoff Consulting in einer repräsentativen Umfrage über 1156 Aktionäre nach ihrem Investitionsverhalten und ihrer Einstellung zu den deutschen Konzernchefs. Zur Wahl standen die Vorstandvorsitzenden von 20 großen Aktiengesellschaften, die von der mm-Redaktion nominiert wurden. Wichtigste Spielregel des Börsenbarometers, das künftig vierteljährlich erhoben wird: Weist ein Firmenchef in zwei aufeinander folgenden Umfragen den geringsten Bekanntheitsgrad auf, wird er in der nächsten Runde durch einen anderen Manager ersetzt.

Ulrich-Torsten Papendick/Arne Stuhr

Das mm-Börsenbarometer

Ranking: So bewerten die Privatanleger die Konzern-Chefs

Grafik: So legen die Deutschen ihr Geld an

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