"America First" Trump schreckt ausländische Investoren ab

Ausländische Unternehmen scheuen offenbar neue Investitionen in den USA: Seit Amtsantritt von Präsident Trump sind die Direktinvestitionen einem Bericht zufolge um 40 Prozent eingebrochen.
In Trump-Land investieren? Besser nicht

In Trump-Land investieren? Besser nicht

Foto: JIM BOURG/ REUTERS

Was US-Präsident Donald Trump mit seiner Wirtschaftspolitik erreichen will, ist häufig unklar: Einerseits verteilt er Steuergeschenke und verspricht Deregulierungen, andererseits droht er mit Strafzöllen. Ausländische Unternehmen jedenfalls scheinen verunsichert: Die Summe der ausländischen Direktinvestitionen in den USA ist der "Wirtschaftswoche" zufolge zum Amtsantritt von Präsident Donald Trump massiv gesunken.

Im ersten Quartal lagen die ausländischen Direktinvestitionen mit 83,6 Milliarden Dollar um fast 40 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr, wie das Magazin unter Berufung auf vorläufige Zahlen des US-Statistikamts Bureau of Economic Analysis berichtet.

Deutsche Firmen hätten nur noch 992 Millionen Dollar in die Schaffung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten investiert. Im Schlussquartal 2016 seien es noch gut 1,41 Milliarden gewesen, im Quartal davor fast vier Milliarden Dollar mehr. "Die neue US-Administration sorgt für Verunsicherung bei vielen Unternehmen in Deutschland", zitiert das Blatt Stormy-Annika Mildner, Expertin für Außenwirtschaftspolitik beim Industrieverband BDI.

Erste Folgen von "America First"?

Zwar schwanken die Werte von Quartal zu Quartal zuweilen stark, doch folgt auf einen schwachen Zeitraum dem Bericht zufolge schnell eine Erholung. Bestätigen sich die Schätzungen, wären die Direktinvestitionen aus Deutschland so gering wie seit dem ersten Quartal 2013 nicht mehr, heißt es in dem Bericht.

Deutsche Produzenten fürchten demnach die Importzölle auf ausländische Produkte. Viele Unternehmen sind auf Einfuhr von Vorprodukten und Rohstoffen angewiesen, um diese vor Ort weiterzuverarbeiten. "Auslandsinvestitionen werden über mehrere Jahre geplant", sagte Mildner der "Wirtschaftswoche". Es sei deshalb noch zu früh zu sagen, ob sich die deutschen Unternehmen von den USA abwenden.

Trump hatte im November die Präsidentenwahl gewonnen. Sein Amt trat er im Januar an. Seine Wirtschaftspolitik unter dem Schlagwort "America First" zielt auf einen verstärkten Schutz heimischer Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz. Bei den wichtigen Handelspartnern der USA löst Trumps protektionistisches Programm große Sorge aus. Dies ist auch ein wichtiges Thema des bevorstehenden Gipfeltreffens der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Hamburg.

la/nck/reuters
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