Per Flugzeug in die USA Laptops dürfen weiter ins Handgepäck

Das US-Heimatschutzministerium weitet das Laptop-Verbot für das Handgepäck nicht auf Europa aus. Allerdings ist die Entwarnung an schärfere Kontrollen geknüpft.
Handgepäckkontrolle am Flughafen in Köln/Bonn

Handgepäckkontrolle am Flughafen in Köln/Bonn

Foto: Oliver Berg/ dpa

Laptops und Tablets bleiben auf Flügen in die USA erlaubt - wenn die Fluggesellschaften schärfere Sicherheitsvorschriften des US-Ministeriums für Heimatschutz umsetzen. Diese neue Regelung verkündete Heimatschutzminister John Kelly am Mittwoch in Washington.

Man erwarte von Fluggesellschaften und Flughäfen, die Sicherheitsmaßnahmen für Passagiere und elektronische Geräte deutlich hochzufahren, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums. "Die neuen Maßnahmen werden sichtbar und unsichtbar sein."

Das Heimatschutzministerium forderte unter anderem erweiterte Scans aller elektronischen Geräte, die größer sind als ein Smartphone: also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Außerdem gehe es um eine genauere Überprüfung der Passagiere und um mehr Sprengstoffspürhunde.

Bestehende Verbote könnte aufgehoben werden

Wegen der Befürchtung, in den Geräten könnten Sprengsätze versteckt sein, hatten die USA im März ein solches Verbot für direkte Verbindungen von zehn Flughäfen in Nordafrika, dem Nahen Osten und der Türkei verhängt. Auf diesen Flügen müssen Laptops und andere Geräte, die größer sind als ein Smartphone, seitdem am Check-in-Schalter mit aufgegeben werden.

Übernehmen diese Flughäfen nun die neuen Sicherheitsregeln, könne dieses Verbot aufgehoben werden, teilte das Ministerium mit.

Die Überlegungen der US-Regierung, Laptops und Tablets auch bei Flügen aus Europa zu untersagen , hatten Proteste in der EU ausgelöst. Verwiesen wurde unter anderem darauf, dass Geschäftsreisende dann nicht mehr an Bord arbeiten könnten, was erhebliche wirtschaftliche Einbußen zur Folge hätte.

Weigern sich Fluggesellschaften, drohe Anflugverbot

Betroffen von den neuen Vorgaben sind den Angaben zufolge weltweit 280 Flughäfen in 105 Ländern, 180 Airlines. Es gehe um täglich etwa 2000 Flüge. Wer sich nicht an die neuen Vorschriften hält, wird Amerika laut Heimatschutzministerium nicht anfliegen dürfen, auch nicht mit Laptops oder Tablets im Frachtraum.

"Wir legen die Latte weltweit höher", sagte der Ministeriumsmitarbeiter. Einen Zeitrahmen für die Umsetzung nannte er nicht, die Fluggesellschaften sollten aber ausreichend Zeit für die neuen Maßnahmen erhalten.

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