Samstag, 18. Januar 2020

Reckitt Benckiser legt Angebot für Mead Johnson vor Familie Reimann bietet 16 Milliarden Dollar für Babyfood

Baby-Milchpulver: Reckitt Benckiser will für Mead Johnson knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Der Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser Börsen-Chart zeigen, an dem die deutsche Milliardärsfamilie Reimann wesentlich beteiligt ist, macht mit der milliardenschweren Übernahme des Babynahrungsproduzenten Mead Johnson Ernst. Der Hersteller von Clearasil, Kukident und Calgon bietet für den US-Konzern insgesamt 16,6 Milliarden US-Dollar (rund 15,5 Mrd Euro), wie er am Freitag im britischen Slough mitteilte. Das entspricht 90 Dollar je Aktie.

Diesen Preis hatte das Unternehmen bereits genannt, als es Anfang Februar von Verhandlungen mit Mead Johnson berichtet hatte. Die Mead-Johnson-Aktie war am Donnerstag mit 83,05 Dollar aus dem Handel gegangen.

Die Reckitt-Benckiser-Führung verspricht sich von dem Deal Einsparungen von 200 Millionen britischen Pfund (235 Mio Euro), die binnen drei Jahren nach der Übernahme erreicht sein sollen. Der Zukauf soll schon im ersten Jahr den Gewinn je Reckitt-Aktie nach oben treiben. Im dritten Jahr soll er bereits eine Steigerung im zweistelligen Prozentbereich bringen. Mead Johnson bringt einen jährlichen Umsatz von rund 3,7 Milliarden Dollar mit, die Hälfte davon erzielt der US-Konzern in Asien.

Beobachter hatten bereits in der vergangenen Woche, als die Pläne bekannt wurden, überrascht reagiert: "Babynahrung galt bislang als zu weit entfernt von Reckitts eigentlichem Kerngeschäft. Wir waren entsprechend sehr überrascht", zitiert "Bloomberg" einen Analysten. Weil die Hygiene- und Pflegesparten aktuell weniger stark wüchsen, habe sich Reckitt-Chef Rakesh Kapoor schon zuvor auf frei verkäufliche Gesundheitsprodukte wie etwa Schleimlöser oder nun eben Babynahrung konzentriert. Letztere gilt vor allem in Asien als starker Wachstumsmarkt.

Der 16-Milliarden-Deal wäre der größte in Reckitts Geschichte - laut "Bloomberg" hatte der Konzern 2010 im Rahmen seiner nächstkleineren Übernahme etwa 2,5 Milliarden Pfund für den Kondomhersteller Durex ausgegeben.

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