Montag, 21. Oktober 2019

Steuerparadies gegen EU Irland klagt gegen Steuernachzahlung von Apple

Apple-Niederlassung in Irland: Die grüne Insel will sich den Ruf eines Steuerparadieses nicht verderben

Irlands Regierung geht auf Konfrontationskurs zur EU-Kommission. Das Land möchte die 13 Milliarden Euro Steuern von Apple nicht haben, die die EU vom US-Konzern fordert.

Die irische Regierung will sich juristisch gegen die Entscheidung der EU-Kommission zu Steuernachzahlungen des US-Konzerns Apple zur Wehr setzen. Die EU-Kommission hatte am Dienstag entschieden, dass Apple 13 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen muss.

Eine entsprechende Steuervereinbarung zwischen dem Land und dem Konzern hatte die EU-Kommission untersagt. Die EU-Kommission legt dem Unternehmen zur Last, dass es auf seine in Europa erzielten und in Irland gebündelten Gewinne im Jahr 2014 nur 0,005 Prozent Steuern gezahlt hat. Apple-Chef Tim Cook warf der Kommission daraufhin Antiamerikanismus und eine unberechtigte Jagd auf Apples Steuerzahlungen vor.

EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager sagte, Apple könne die von der EU-Kommission verlangte Steuerrückforderung Irlands reduzieren, falls die USA beschlössen, die in Irland gebündelten europäischen Gewinne des Unternehmens zu besteuern.

In einem Interview mit dem irischen Fernsehen sagte Cook, Apple plane seine im Ausland geparkten Bargeldreserven von mehr als 200 Milliarden Dollar in die USA zurückzuholen. Dem Apple-Chef zufolge hat der Konzern bereits mehrere Milliarden für die erwarteten Steuerzahlungen zurückgestellt.

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