Chemchina darf kaufen USA genehmigen Syngenta-Übernahme - Bayer schöpft Hoffnung

Die US-Behörden haben gegen eine Übernahme des Schweizer Agrarchemie-Konzerns Syngenta durch den chinesischen Käufer Chemchina nichts einzuwenden. Das erhöht auch die Chancen, dass Bayer beim US-Konzern Monsanto zum Zuge kommt.
Syngenta in Basel: Die 43-Milliarden-Übernahme durch Chemchina rückt näher, die Aktie von Syngenta haussiert

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Die USA haben für die geplante Milliarden-Übernahme des Schweizer Agrarchemie-Konzerns Syngenta  durch das chinesische Staatsunternehmen ChemChina grünes Licht gegeben. Wie Syngenta am Montag mitteilte, stimmte die US-Regulierungsbehörde Committee on Foreign Investment (CFIUS) dem 43-Milliarden-Dollar-Deal zu. Die an der Schweizer Börse notierte Aktie von Syngenta legte daraufhin zweistellig zu und stieg bis auf 425 Schweizer Franken.

Zuvor hatte es in den USA Vorbehalte gegeben, weil ChemChina durch die Fusion nicht nur einer der weltweit größten Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und einer der wichtigsten von Saatgut werden würde. Die Chinesen bekämen außerdem Zugang zu Technologien, für deren Entwicklung sie womöglich noch Jahre brauchen würden.

Auch andere Länder müssen zustimmen - Chancen für Deal steigen

Die Transaktion soll laut Syngenta bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Allerdings müssen noch Regulierungsbehörden anderer Länder ihre kartellrechtlichen Prüfungen abschließen und entscheiden, ob sie Einspruch gegen den Mega-Deal erheben oder nicht. Nach der Zustimmung durch die US-Behörden steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass die Mega-Übernahme zustande kommt.

Die Transaktion wäre die bisher größte chinesische Übernahme im Ausland. Zudem wäre sie ein wichtiger Schritt in der Strategie des Landes, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch moderne Biotechnologie voranzubringen.

ChemChina ist derzeit weltweit auf aggressiver Einkaufstour. Das chinesische Unternehmen hatte im Januar bereits den deutschen Spezialmaschinenbauer KraussMaffei übernommen und zuvor die traditionsreiche italienische Reifenfirma Pirelli gekauft.

Zusage erhöht Bayers Chancen bei Monsanto

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Syngenta wiederum hatte 2015 eine Offerte des US-Konkurrenten Monsanto  abgewehrt, der derzeit von Bayer  umworben wird. Für den Bayer-Konzern aus Leverkusen ist die Zustimmung der US-Behörden beim Syngenta-Deal eine gute Nachricht: Eine Übernahme von Syngenta durch Chemchina würde den Konsolidierungsdruck in der Agrarchemie weiter erhöhen. Auch der US-Konzern Monsanto bräuchte viele gute Argumente gegenüber seinen Aktionären, um die Offerte von Bayer  auszuschlagen.

Zweitens erscheint es unwahrscheinlich, dass eine mögliche Monsanto-Übernahme durch Bayer an dem Widerstand der Kartellbehörden scheitern würde, wenn zuvor die Übernahme von Syngenta durch Chemchina genehmigt wird.

la/dpa/reuters/mmo
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